Sonntag, 22. Januar 2017

Herr Graureiher von Gegenüber


Liegt bei euch auch noch Schnee? Um das Nestchen herum ist es nach wie vor herrlich weiß. Nur auf den Straßen nicht, was ich im Übrigen sehr schön finde, denn die Buchgefieder-Familie ist vornehm und fliegt nicht mehr selbst, benutzt lieber vier Räder.

Über den Winter könnte man nun positive oder negative Dinge berichten. Diskussionen führen, sich ärgern, den Sommer herbei sehnen. Fakt ist, das Wetter und die Jahreszeiten können wir nicht beeinflussen und das ist gut so. Wir können aber die schönen Momente in den jeweiligen Monaten sehen. Und ich habe was gesehen. Etwas Großes, beinah stattlich Majestätisches. Einen Graureiher im Baum gegenüber unseres Nistplatzes.


So richtig glücklich sieht er zwar auch nicht aus, was man angesichts der Fusskälte durchaus nachvollziehen kann. Dennoch ein herrliches, geflügeltes Tierchen, oder? So ein Graureiher kann bis ca. 1 Meter groß werden. Also das perfekte Motiv für meinen Herrn EOS. Wie bereits in der letzten Woche wollten wir Kormorane fotografieren, die sich immer wieder in Gruppen im Geäst in der Nähe einfinden. Da flog uns Herr Reiher durchs Bild und schon war Herr EOS Feuer und Flamme. Mit etwas Geduld harrten wir im Schnee aus, als sich Herr Reiher endlich niederließ. Und zack, wurde fotografiert, was die Finger hergaben. Manchmal vergisst man ganz schnell, dass einem eigentlich sehr kalt ist...


Montag, 9. Januar 2017

Ein letztes Zeichen der Menschlichkeit...


...könnte Barack Obama, der noch amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, als letzte Amtshandlung setzen, bevor Donald Trump am 20. Januar 2017 vereidigt wird. Dafür reicht es aus, eine Begnadigung auszusprechen. Eine Begnadigung für einen Mann, der seit mehr als 40 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt.

Doch warum sollte dieser Mann begnadigt werden? Zum einen, weil er nie einen fairen Prozess hatte. Er wurde verurteilt für den Tod zweier Bundesagenten zu zweimal lebenslänglicher Haft. Es wurden während der Ermittlungen und während des Prozesses nachweislich Beweise gefälscht, Zeugenaussagen erzwungen. Anwälte haben gelogen. Das FBI brauchte einen Sündenbock und fand ihn in Leonard Peltier, einem Aktivisten des American Indian Movements. Einem Mann, der heute gezeichnet ist von 40 Jahren hinter Gittern und das ohne wirklich ausreichende medizinische Versorgung, ohne Nähe zu seiner Familie, die ca. 3000 Kilometer entfernt, der Turtle Mountain Band of Chippewa angehört, wie auch Peltier selbst.

Leonard Peltier hat den Status eines Schwerstkriminellen. Er sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Coleman in Florida. Er ist 72 Jahre alt, leidet an Diabetes und an einem Abdominalen Aortenaneurysma, das jederzeit durchbrechen kann. Er benötigt dringend ärztliche Hilfe und vor allem eine Operation, die ihm helfen, ihm aber derzeit nach wie vor verwehrt wird.

Barack Obama könnte ein Zeichen setzen. Er braucht dazu nur ein letztes Mal sein Amt mit Mut und Ehre auszuführen und Leonard Peltier begnadigen, auch wenn es ausreichend Gegenstimmen gibt. Leonard Peltier ist trotz seines Status ein Vorzeigehäftling. Er hat sich in den Jahren seiner Gefangenschaft einen Namen als Maler gemacht und spendete einige seiner Bilder wohltätigen Einrichtungen und Veranstaltungen um so Geld zu sammeln. Er ist trotz seiner Verurteilung und dem daraus wenig "schönen" Umgang der Justiz ein Mann mit Visionen. Leonard Peltier hat so viele Menschen unterschiedlicher Stämme friedlich zusammen gebracht. Er setzt sich für Humanität ein. Wäre es da nicht nur gerecht, ihm selbst Humanität zu teil werden zu lassen?

(c) whoisleonardpeltier.info

Leider gibt es keine aktuellen Bilder, die diesen gezeichneten Mann zeigen, da er bereits seit Jahren keinen Besuch mehr empfangen darf. Leonard Peltier ist keine Gefahr! Er ist ein Aktivist, sicher, aber er ist 72 Jahre alt und hat 40 Jahre in Hochsicherheitsgefängnissen verbracht, ohne das seine Schuld zweifelsfrei bewiesen wurde. Er braucht dringend ärztliche Hilfe. Er spendet seine Kunstwerke humanitären Einrichtungen. Glauben die Menschen in den USA wirklich, dass er ihnen gefährlich werden kann, wenn er jetzt einen Fuss in Freiheit setzen würde. Wenn er einfach wieder nach hause gehen könnte?

Ich kann in diesem Post nicht alle Fakten aufzählen, die mich dazu gebracht haben, dass ich seit letztem Frühjahr immer wieder auf Twitter oder Facebook um Gerechtigkeit bitte. Ja, hier aus Deutschland. Barack Obama ist noch ca. 11 Tage im Amt und nur er hat es in der Hand, dass Leonard Peltier nicht aus dem Gefängnis getragen wird, leblos. Er kann ihm Menschlichkeit schenken und ihm so den Weg nach Hause öffnen.

Mehr über den Fall Leonard Peltier erfahrt ihr hier und hier.


Ich werde die letzten verbleibenden Tage bis zum Amtsantritt des neuen Präsidenten vor allem vermehrt auf Twitter weiterkämpfen, nachdem ich bereits einen Brief geschickt und Petitionen unterschrieben habe. Barack Obama ist unter @POTUS bis zum 19. Januar als Präsident und mit seinem Account @BarackObama auf Twitter zu erreichen.

Vielleicht habt ihr einen Twitteraccount und unterstützt mich beim Twittern des unten stehenden Tweets (einfach kopieren). Jeder Tweet könnte derjenige sein, der Barack Obama davon überzeugt, dass er in erster Linie ein Mensch ist und das er sich gegen die stellt, die Leonard Peltier im Gefängnis sterben sehen wollen!

Please @Potus @BarackObama be a human! Let him go home! #FreeLeonardPeltier #LeonardPeltier 


Sonntag, 8. Januar 2017

Verschneite Grüße...


...aus dem Nestchen schicke ich euch zum heutigen Sonntag! Auch in diesem Jahr werde ich diesen als den Tag für mein Foto der Woche nutzen. Ich mag meinen Herrn EOS sehr und er freut ich immer, wenn wir durch das Unterholz kriechen, auf Brücken stehen, durch Märkte schlendern oder einfach nur die aktuelle Lektüre im Bild festhalten. 2017 möchte ich mich, was meine Fotos betrifft, etwas weiterentwickeln, neue Dinge ausprobieren und so hoffentlich immer besser werden. Vorbilder gibt es eine Menge, auch nur ansatzweise in ihre Nähe zu kommen, ein Traum.

Also fange ich klein an. Besonders das Thema Belichtung werde ich wohl noch besser üben müssen. Besonders im Schnee eine für mich schwierige Angelegenheit. Aber egal, ich denke, das Bild des ersten Fotos der Woche 2017 spiegelt auch so wieder, dass es rund ums Nestchen doch sehr verschneit ist. Eigentlich wollte ich euch eine Gruppe Kormorane zeigen, aber die sahen auf den Bildern wirklich nicht so toll aus. In Natura sind sie sehr "erhaben". Auf meinem Bild wirkte das leider nicht so. Darum nur dieses kleine Winterbild mit Enten. 


Der Schnee hatte uns diese Woche im Griff. Dazu gab es glatte Straßen und frierende Hände. Aber es gab auch Rodelspaß, nasse Hosen und einen Nestkater, der einem Schneemann glich. Jeden Morgen Schneeschnippen kann das Fitnesscenter ersparen. Ich bin nicht der Wintertyp, aber im Moment finde ich es schön, so wie es ist. Das Tauwetter darf ruhig noch etwas warten. Findet übrigens auch die kleine Miss Sunshine, verabschiedet sich und zieht ihren Schlitten zum Rodelberg.

Wie sieht es denn bei euch aus? Habt ihr auch noch Schnee?


Mittwoch, 4. Januar 2017

Für immer Freunde - Roald Kaldestad - Björn Rune Lie

"Schau um dich - und du wirst sehen, wie viele auf deine Freundschaft, dein Lächeln, auf deine freundlichen, tröstenden Worte warten." (Ludwig Köhler)

Zweihundertneunundsechzig Tage Regen. Ein kleiner Junge sitzt am Fenster und zählt die Regentage. Vor zweihundertneunundsechzig Tagen ist seine beste Freundin in die große Stadt gezogen. Seit dem hat es mehr geregnet, als es Sonnenschein gab. Auch in seinem Herzen ist das so. Er vermisst sie. Jeden Tag. Jeden Abend. Wie schön war die Zeit, als sie beide noch auf Bäume geklettert sind, als sich Lena zwischen ihn und zwei Jungen gestellt hat. Wie sie herumgetollt sind im Wald und gemeinsam Filme geschaut haben. Die Erinnerungen schmerzen. Wie es Lena wohl geht? Zweihundertneunundsechzig Tage ist eine lange Zeit ohne seine beste Freundin. Ob die Sonne bald wieder häufiger für ihn scheint?


Montag, 2. Januar 2017

"Die Ozeane sind gefährlich und schrecklich ihre Stürme. Doch das ist nicht Grund genug um an Land zu bleiben."


Motto der Woche


Aphorismus von Ferdinand Magellan

Wollt ihr in diesem neuen Jahr am bekannten Ufer verweilen oder seid ihr neugierig, mutig und abenteuerlustig neue Dinge auszuprobieren? Dann solltet ihr euch von eurer Insel aufs Meer hinaus begeben und dort vielleicht auch mit Stürmen rechnen, mit starkem Wellengang und eventuell auch mit der Einsicht, dass eine andere Richtung die bessere ist. Das Leben ist ein Ozean mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, mit vielen großen und kleinen Häfen und mit neuen und bekannten Mitreisenden. Wir durchleben Ebbe und Flut, leichte Brisen und starke Turbulenzen. Doch am Ende beruhigt sich die See und lässt uns bis weit hinter den Horizont blicken.


Auch wenn es nicht immer ruhig auf See verlaufen wird, so macht uns doch jeder Sturm auch ein kleines Stück stärker und vor allem erfahrener. Es ist wichtig, dass man immer wieder neue Dinge ausprobiert. Ohne sie bleibt man stehen. Man bleibt zwar wer man ist, aber bewegt sich nicht vorwärts, entwickelt sich nicht weiter. Das kann man nur, wenn man auch an entfernte Ufer schippert und dort vor Anker geht. Vielleicht entdeckt man dabei sogar komplettes Neuland oder man stößt auf Menschen, die einen für eine Weile oder gar für immer begleiten. Das Leben ist Veränderung und nicht Stillstand. Es heißt neue Segel setzen, auch dann, wenn man sich nicht sicher ist, wohin man genau steuert. Ein bisschen Abenteuer gehört dazu. Lasst euch also von neuen Ideen nicht verwirren, sondern nutzt sie, entwickelt sie weiter, setzt sie um. Bietet eurem Lebenssturm die Stirn und lasst euch nicht um wehen. Wachst an euren Ideen und an euch selbst!

Ich wünsche euch eine tolle erste Woche des Jahres 2017 mit vielen neuen Ideen und kleinen Inseln, die es zu entdecken gilt!