Mittwoch, 4. Februar 2015

Im Nestchen tobt der Kobold...

Urheberrecht: / 123RF Stockfoto
...so oder so ähnlich geht es hier momentan wirklich zu. Der kleine Schlingel macht sich ab und zu selbstständig und verputzt unsere Kekse. Außerdem versucht er uns ständig kleine Streiche zu spielen. Gerade lag der Autoschlüssel noch auf der Fensterbank, um beim nächsten Gebrauch plötzlich auf dem Tisch zu liegen. 

Wenn ihr jetzt lauter Fragezeichen im und vor dem Kopf habt, dann will ich mal auflösen, wo das kleine Kerlchen plötzlich herkommt. Genau genommen kam er nicht plötzlich, viel mehr lag er ein paar Jährchen tief schlummernd in einer meiner Schubladen. Ich habe ja schon immer gern geschrieben, mir konnte in der Schule kein Aufsatz lang und interessant genug sein. Also erfüllte ich mir vor ein paar Jahren einen kleine Traum und belegte einen Fernstudienkurs in Darmstadt. Dort lernte ich allerhand, was mir die Lust am Schreiben nur noch vermehrte. Ich war begeistert und schrieb auch durchweg gute Noten, bis ich zum Thema Journalismus kam. Da ging es bergab. Nein, nicht nur, aber ich konnte meiner Phantasie plötzlich nicht mehr soviel Raum gestatten, das war nicht das, was ich wollte. Seit dem lagen diverse Ideen in einer Schublade und träumten munter vor sich hin. Immer wieder dachte ich kurz daran und bei der letzten Wohnzimerlesung fragte mich mein ehemaliger Tutor Autor Patrick Osborn, was denn mit meinen eigenen kleinen Ideen wäre. Ich habe sie verschlossen gehalten. Bis heute... da habe ich dann endlich die erste Idee wieder hervorgekramt. Schließlich wollte ich das Papyrus-Autorenprogramm nicht umsonst bei der letzten Buchmesse in Frankfurt erstanden haben. Also setzte ich mich voll motiviert an den Laptop und tippte sage und schreibe 1000 erste Wörter. 

Nun sitze ich hier und überlege, ob und wieviel ich von diesem Vorhaben preisgeben möchte. Denn eines ist sicher, auf mein Manuskript haben die Verlage sicher nicht gewartet. Nicht das ich von meiner Idee nicht überzeugt wäre, ich liebe meinen kleinen Kobold und seinen neunjährigen Freund, aber ich mach mir da keine Illusionen. Ich bin dann eine unter vielen und muss meine Figuren und meinen Plot verteidigen. Dass das nicht leicht sein wird, zeigen mir viele andere zukünftige Autoren, den so der Wind aus den Segeln genommen wurde. Aber...ich möchte meinen Kobold zum Leben erwecken und wenn es nur für das eigene Nestchen ist. Zum einen weil ich mir dieses Ziel auch bei meinen 101 Dingen gestellt hatte und zum anderen weil ich gemerkt habe, wie sehr mir das phantasievolle Schreiben doch fehlt.

Dies soll jetzt aber nicht bedeuten, dass sich im Nestchen etwas ändern wird. Das kann und will ich nicht, denn auch hier macht mir das Schreiben sehr viel Spaß und ich freue mich, dass dieses Geschreibsel wenigstens einige Menschen erreicht. Auch die Zusammenarbeit mit Verlagen und Autoren macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Das möchte ich nicht missen. Sagen wir es einfach mal so, wo andere sich ein Haustier zulegen, bin ich jetzt auf den Kobold gekommen. 

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