Montag, 9. Januar 2017

Ein letztes Zeichen der Menschlichkeit...


...könnte Barack Obama, der noch amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, als letzte Amtshandlung setzen, bevor Donald Trump am 20. Januar 2017 vereidigt wird. Dafür reicht es aus, eine Begnadigung auszusprechen. Eine Begnadigung für einen Mann, der seit mehr als 40 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis sitzt.

Doch warum sollte dieser Mann begnadigt werden? Zum einen, weil er nie einen fairen Prozess hatte. Er wurde verurteilt für den Tod zweier Bundesagenten zu zweimal lebenslänglicher Haft. Es wurden während der Ermittlungen und während des Prozesses nachweislich Beweise gefälscht, Zeugenaussagen erzwungen. Anwälte haben gelogen. Das FBI brauchte einen Sündenbock und fand ihn in Leonard Peltier, einem Aktivisten des American Indian Movements. Einem Mann, der heute gezeichnet ist von 40 Jahren hinter Gittern und das ohne wirklich ausreichende medizinische Versorgung, ohne Nähe zu seiner Familie, die ca. 3000 Kilometer entfernt, der Turtle Mountain Band of Chippewa angehört, wie auch Peltier selbst.

Leonard Peltier hat den Status eines Schwerstkriminellen. Er sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Coleman in Florida. Er ist 72 Jahre alt, leidet an Diabetes und an einem Abdominalen Aortenaneurysma, das jederzeit durchbrechen kann. Er benötigt dringend ärztliche Hilfe und vor allem eine Operation, die ihm helfen, ihm aber derzeit nach wie vor verwehrt wird.

Barack Obama könnte ein Zeichen setzen. Er braucht dazu nur ein letztes Mal sein Amt mit Mut und Ehre auszuführen und Leonard Peltier begnadigen, auch wenn es ausreichend Gegenstimmen gibt. Leonard Peltier ist trotz seines Status ein Vorzeigehäftling. Er hat sich in den Jahren seiner Gefangenschaft einen Namen als Maler gemacht und spendete einige seiner Bilder wohltätigen Einrichtungen und Veranstaltungen um so Geld zu sammeln. Er ist trotz seiner Verurteilung und dem daraus wenig "schönen" Umgang der Justiz ein Mann mit Visionen. Leonard Peltier hat so viele Menschen unterschiedlicher Stämme friedlich zusammen gebracht. Er setzt sich für Humanität ein. Wäre es da nicht nur gerecht, ihm selbst Humanität zu teil werden zu lassen?

(c) whoisleonardpeltier.info

Leider gibt es keine aktuellen Bilder, die diesen gezeichneten Mann zeigen, da er bereits seit Jahren keinen Besuch mehr empfangen darf. Leonard Peltier ist keine Gefahr! Er ist ein Aktivist, sicher, aber er ist 72 Jahre alt und hat 40 Jahre in Hochsicherheitsgefängnissen verbracht, ohne das seine Schuld zweifelsfrei bewiesen wurde. Er braucht dringend ärztliche Hilfe. Er spendet seine Kunstwerke humanitären Einrichtungen. Glauben die Menschen in den USA wirklich, dass er ihnen gefährlich werden kann, wenn er jetzt einen Fuss in Freiheit setzen würde. Wenn er einfach wieder nach hause gehen könnte?

Ich kann in diesem Post nicht alle Fakten aufzählen, die mich dazu gebracht haben, dass ich seit letztem Frühjahr immer wieder auf Twitter oder Facebook um Gerechtigkeit bitte. Ja, hier aus Deutschland. Barack Obama ist noch ca. 11 Tage im Amt und nur er hat es in der Hand, dass Leonard Peltier nicht aus dem Gefängnis getragen wird, leblos. Er kann ihm Menschlichkeit schenken und ihm so den Weg nach Hause öffnen.

Mehr über den Fall Leonard Peltier erfahrt ihr hier und hier.


Ich werde die letzten verbleibenden Tage bis zum Amtsantritt des neuen Präsidenten vor allem vermehrt auf Twitter weiterkämpfen, nachdem ich bereits einen Brief geschickt und Petitionen unterschrieben habe. Barack Obama ist unter @POTUS bis zum 19. Januar als Präsident und mit seinem Account @BarackObama auf Twitter zu erreichen.

Vielleicht habt ihr einen Twitteraccount und unterstützt mich beim Twittern des unten stehenden Tweets (einfach kopieren). Jeder Tweet könnte derjenige sein, der Barack Obama davon überzeugt, dass er in erster Linie ein Mensch ist und das er sich gegen die stellt, die Leonard Peltier im Gefängnis sterben sehen wollen!

Please @Potus @BarackObama be a human! Let him go home! #FreeLeonardPeltier #LeonardPeltier 


Kommentare:

  1. Ein schweres aber doch so wichtiges Thema! Dein Kampf ist bewundernswert und ich hoffe für diesen Mann, der mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis, im Hochsicherheitstrakt verbracht hat, noch den Rest seines Lebens würdig leben zu dürfen. Ich kenne mich mit seiner Geschichte nicht aus, aber eine Verurteilung ohne Prozeß und mit gefälschten Beweisen darf einfach nicht sein!
    Ich bin sehr gespannt, was Obama in seinen letzten Amtstagen noch so alles leistet. Danke für deinen Bericht.
    LG, monerl

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    1. Hallo liebe Monerl,

      ich hoffe sehr, dass Barack Obama Leonard begnadigt. Es ist der richtige Weg, ihm noch ein paar Jahre im Kreis seiner Familie zu schenken!

      Ganz liebe Grüße
      Karin

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    2. Hoffentlich könnte diese Begnadigung dann nicht zurückgenommen werden. Habe gerade gestern gelesen, dass es sein könnte, dass (der Senat oder wer auch immer, hab´s leider vergessen und finde den Link zum Bericht nicht mehr) die soundso letzten Entscheidungen des noch amtierenden Präsidenten wieder zurückgenommen werden könnten. Ob das auch auf so Sachen wie die Begnadigung ausgeweitet werden könnte, weiß ich nicht. Aber das wäre dann schon mega krass!

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    3. Das hoffe ich doch wohl nicht. Was wäre dann solch eine letzte "Amtshandlung" wert, wenn man sie Stunden später zurücknehmen könnte. Die Zeit läuft und die Hoffnung stirbt zu letzt...Danke für deine Kommentare! :)

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  2. Ich finde deinen Elan und deine Leidenschaft grad sehr erstaunlich (im positiven Sinn). Zwar reden immer viele davon etwas zu ändern, aber du gehörst scheinbar zu den wenigen, die auch etwas machen und in die Tat umsetzen :)
    Ich kenn den Fall nicht, weiß aber, dass der gute Mann nicht der einzige Fall ist, der so einen negativen Ausgang hat. Vor allem bei unsrer heutigen Technik.
    Aber man braucht wirklich Amstmänner und Frauen dahinter, die den Fall stemmen, sonst hat man keine Chance. Bitte finde ich es immer, wenn so ein Fall bekannt wird, die Unschuld nachträglich bewiesen wird und die Person in Haft stirbt ... :/

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    1. Danke! Ich hoffe wirklich, dass Leonard nicht im Gefängnis sterben muss. Die Zeit läuft unaufhörlich weiter und es bleibt ihm nur noch wenig davon, wenn er nicht begnadigt wird.

      Ganz liebe Grüße
      Karin

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Ich freu mich über euer Gezwitscher!