Donnerstag, 29. Mai 2014

Ein Treffen mit Kerstin Groeper...

Prolog zu den 23. Karl-May-Festtagen in Radebeul / Dresden

Was ist das für ein Getümmel und Getuschel vor der "Villa Bärenfett" in Radebeul an Christi Himmelfahrt? Nein, dass sind keine halbstarken Jungs, die gern schon so richtig mitfeiern wollen, Bier trinken und den "Vater- bzw. Männertag" zelebrieren. Es sind vor allem Familien und Menschen, die sich mit dem Thema Native People, ihrem Leben, vor allem ihrem Überleben auseinander setzen wollen. Hier und da reihen sich Cowboys neben Ladys und einen Sheriff ein. Auch das ist das Karl-May-Fest, ein Stück "Wilder Westen" in Radebeul.



Sicher sind das auch Kinder, die in Yakari gern DEN Indianer sehen wollen, der er nicht ist. Doch um etwas zu ändern, in den Köpfen der Menschen, die immer noch an mehr Klischee als an Wahrheit glauben, sollte man auch die Kleinen überzeugen. Dafür ist wie in jedem Jahr auch Kerstin Groeper, die Autorin des Monats Mai im Buchgefieder, vor Ort. Sie erzählt, wie es damals war, wie es heute noch ist. Kerstin weiß, wovon sie spricht, denn sie war dieses Jahr im April bei "echten" Indianern und hat mit ihnen viel Zeit verbracht. Von ihr erhalten die kleinen und großen Besucher einen Einblick in die Sprachen der Indianer, hören ihre Geschichten und erfahren Dinge, die sie so noch nie gehört haben. Selbstverständlich bleibt auch Zeit um ihr neues Buch "Der scharlachrote Pfad" vorzustellen, das eigentlich nicht neu, sondern bereits 10 Jahre alt ist, allerdings jetzt erst als Taschenbuch erschienen ist. Sind bei der Vorstellung der Indianergeschichten und der Darstellung der Zeichensprache kaum noch Plätze frei, so ist das Interesse an der Lesung am Vormittag doch eher verhalten. Was vor allem für den Inhalt des Buches sehr schade ist. 

Für ein Foto mit mir ist die Autorin gern bereit und nachdem wir mehrere Anläufe genommen haben, haben wir ein schönes Bild gemacht, welches ich euch leider nicht zeigen darf. Warum? Die Gründe hierfür habe ich erst viel, viel später erfahren.


Auf dem Gelände des Karl-May-Museums findet sich am heutigen Tage auch eine Gruppe der Eastside-Linedancer ein und zeigt den Gästen, wieviel Spaß das Tanzen in "Linie" machen kann. Auch hier bringen die Tänzerinnen und Tänzer eine gehörige Portion Sonne im Herzen mit und halten bei regnerischem Wetter das Publikum gefesselt. 



Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt und wer schon immer mal Gast in einem Tipi sein wollte, sollte folgende Regeln am heutigen Tage beachten:



Um vom Vorbeginn der Karl-May-Festtage in diesem Jahr ein kleines Fazit zu ziehen, so bleibt nur zu sagen, dass es wettertechnisch nur besser werden kann, die Stimmung am heutigen Tag aber schon ziemlich hoch war und in den nächsten Tagen sicher noch den ein oder anderen Höhepunkt erreichen wird.


Montag, 26. Mai 2014

"Wenn Du Dein Herz nicht hart werden lässt, wenn du Deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist,..."

(c) Youry Ermoshkin
Motto der Woche
Aphorismus von Henry Old Coyote

“Wenn Du Dein Herz nicht hart werden lässt, wenn Du Deinen Mitmenschen kleine Freundlichkeiten erweist, werden sie Dir mit Zuneigung antworten. Sie werden Dir freundliche Gedanken schenken. Je mehr Menschen Du hilfst, desto mehr dieser guten Gedanken werden auf Dich gerichtet sein. Dass Menschen Dir wohlgesinnt sind, ist mehr wert als Reichtum.”

Passend zur derzeitigen Autorin des Monats habe ich für diese Woche einen Aphorismus von Henry Old Coyote herausgesucht. Weisheiten der Native People sind sehr lesenswert und vor allem sollten sie auch heute noch zum Nachdenken anregen. Das dieswöchige Motto stammt von einem Crow-Indianer. Leider ohne weitere Informationen, aber es ist mir hier auf jeden Fall einer Weitergabe wert. 

Irgendwie passt das Motto auch sehr gut ins Nestchen. Ich mag es kleine freundliche Dinge an meine Mitmenschen weiter zu geben. Das muss nicht unbedingt eine riesige materielle Sache sein. Ein liebes Wort oder ein nettes Lächeln reichen doch vollkommen, um mir von anderen freundliche Gedanken schenken zu lassen. Es ist so schön, wenn man merkt, dass einem die Menschen gut gegenüber stehen und das vielleicht nur, weil ich in der Straßenbahn einer alten Dame meinen Sitzplatz angeboten habe, weil ich jemandem einen Weg erklärt habe, die richtige Zeit verraten habe, als ich danach gefragt wurde. Oder vielleicht denke ich im Schreibwarengeschäft auf Grund einer Karte an jemanden, kaufe diese und schicke sie ab, einfach so, mit einem ziemlich guten Gefühl im Bauch und vor allem aus ganzem Herzen. So kann mein Herz nicht so schnell hart werden. Ich erlebe die schönen Dinge in meinem Leben und in der Natur sehr intensiv und dafür bin ich dankbar. Geld ist relativ, ein warmes Herz ist wichtiger!

Ich wünsch euch eine wundervolle warme und herzige Woche, in der ihr ab und an auch mal einen freundlichen Gedanken geschenkt bekommt!


Sonntag, 25. Mai 2014

Gewinnspiel zur Autorin des Monats - "Blitz im Winter" von Kerstin Groeper

Ich werde diesen Monat mal etwas zum Thema Autor des Monats machen, was ich noch nicht gemacht habe. Es gibt ein Buch der Autorin Kerstin Groeper zu gewinnen. Einige von euch kennen nun schon ihr neues Werk, zu mindestens die, die ich schon mit meiner Leseleidenschaft angesteckt habe. Ich habe hier eine nagelneue Ausgabe von "Blitz im Winter" im Taschenbuchformat und eine Karte (die ich hoffentlich noch signieren lassen kann) für euch. "Blitz im Winter" ist ein Jugendroman in dem sich drei Lakotakinder bewähren müssen. Das Buch ist geeignet für Kinder ab 7 Jahren.

Beschreibung des TraumFänger Verlags:

"Es ist das Jahr 1868. Die Indianer vom Stamm der Lakota leben noch frei und ungebunden auf der Prärie. Blitz-im-Winter, ein neunjähriger Junge, darf das Kriegspony seines Onkels hüten. Aus Übermut veranstaltet er mit seinen Freunden ein Pferderennen, doch der kleine Ausflug endet dramatisch: Das Pferd geht durch, Blitz-im-Winter stürzt und bleibt auf sich allein gestellt zurück."

Eine Buchgefieder-Rezension zum Buch wird in den nächsten Tagen noch folgen.

Was müsst ihr tun, damit ihr das Buch gewinnt, bzw. in den Lostopf hüpft?

Schreibt mir doch unter diesen Beitrag einen Kommentar und verratet mir, warum ihr dieses Buch gern gewinnen möchtet.  Ihr habt damit Zeit bis zum 31. Mai 2014 um 23:59 Uhr. Anonyme Kommentare können leider nicht gewertet werden. Bitte vergesst also nicht eure Mailadd, wenn ihr kein Profil habt. Wer lieber nicht kommentieren möchte, kann mir alternativ die Beantwortung mit Angabe des Buches und seiner Adresse an buchgefieder@gmail.com schicken. Ich übernehme den Versand und verpflichte mich, die mir per Mail zugesandten Adressen sofort nach dem Gewinnspiel zu löschen, falls ihr nicht gewonnen habt. Selbstverständlich übernehme ich keinerlei Garantie für das Versandunternehmen und dessen Tätigkeit. Bis jetzt sind aber alle Gewinne auch angekommen.

Viel Spaß beim Kommentieren!!!


Freitag, 23. Mai 2014

Der scharlachrote Pfad - Kerstin Groeper ❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Der scharlachrote Pfad - Eine Sioux Saga
Broschierte Ausgabe
ISBN 978-3-941-48523-5
Preis: 16,90 Euro
Historischer Roman für Erwachsene

Wah-bo-sens ist in Trauer. Ihr geliebter Mann ist tot. Jetzt ist sie allein, allein in einem Winter des Jahres 1870/71. Es ist kalt und die Nahrungsvorräte werden knapp. Da wird das Dorf von einer Gruppe Lakotakrieger überfallen. In Panik nimmt sie ihre kleine Tochter und flieht in die eisige Kälte der harten Jahreszeit. Doch Tschetan-withko findet sie und will in seiner Wut das kleine Mädchen und ihre Mutter töten. Etwas hält ihn zurück, als er in die angsterfüllten Augen der jungen Absarokee blickt. Er entschließt sich, sie am Leben zu lassen, nimmt sie mit zu seinem Stamm. Tschetan-withko ist einsam, macht Wah-bo-sens zu seiner Frau und adoptiert ihre Tochter. Anfänglich fühlt die Absarokee sich als Gefangene, doch nach und nach überwindet sie ihre Angst und fasst Vertrauen, wird ein Teil der Lakota. Sie lernt ihre Sprache, ihre Bräuche und ist ihrem neuen Mann eine gute Frau. Wah-bo-sens ist froh, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und wird als vollwertiges Mitglied akzeptiert. Nur die andauernden Überfälle der verfeindeten Stämme kann und will sie nicht verstehen. Als die Indianer denken, es wäre relativ sicher, stürmen Goldgräber das Land. General Custer führt einen Feldzug gegen die Lakota und nichts scheint ihn aufzuhalten. Wieder muss Wah-bo-sens um das Leben ihrer Familie bangen.

"Der scharlachrote Pfad" von Kerstin Groeper ist, wie auf dem Cover ersichtlich wird, ein Roman der eigentlich eine Saga ist. Wir begleiten verschiedene Lakotafamilien eines Stammes über einen Zeitraum von ca. 9 Jahren. Kerstin Groeper beschreibt ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Kämpfe gegen die Weißen und gegen sich selbst. Sie zeigt die Zerrissenheit entführter Indianerinnen. Vor allem wird auch die Veränderung in der Zeit deutlich. Die ersten Stämme leben in Reservationen, die Weißen überfluten das Land. Nehmen sich was sie wollen ohne Rücksicht auf die First Nation. Kerstin Groeper erzählt von der Liebe der Lakota zu ihren Familien genauso wie von der Spiritualität, dem Glauben an Wakan-tanka. Kerstin Groeper schreibt nicht nur von der Brutalität der Krieger untereinander, sie zeigt auch, wie brutal die weißen Soldaten besonders gegenüber indianischen Frauen und Kindern vorgingen. Die Figuren, die sie dabei zeichnet sind authentisch und vor allem kann man mit ihnen fühlen. Man leidet, wenn sie einen Verlust erleiden. Man lächelt, wenn sie eine neues Familienmitglied begrüßen. Man ist wütend, wenn sie rücksichtslos behandelt werden. Ist die Vielzahl an Figuren zu Beginn vielleicht leicht verwirrend so ändert sich das im Laufe der Geschichte. Sehr hilfreich ist hierfür auch die am Anfang des Buches stehende Liste der handelnden Figuren. Kerstin Groepers Schreibstil ist wie immer flüssig und vor allem bildhaft. Als Leser hat man das Gefühl, man könne den Duft der weiten Prärie wahrnehmen, hört die kriegerischen Schreie bei einem Kampf oder nimmt am planschenden Spiel der Lakotakinder im Fluss teil. Der Plot umfasst knapp 800 Seiten, doch jede Seite ist es wert sie zu lesen. Man begleitet die Lakotagruppe über mehrere Lesetage und möchte das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Gern hätte ich noch einige Seiten weitergelesen, denn wie schon bei vorherigen Romanen der Autorin, fällt es mir schwer, mich aus ihren erzählten Welten zu lösen. Selbstverständlich liegt das vor allem an der sehr guten Recherchearbeit von Kerstin Groeper und ihre Verbindung zum wirklichen Leben der Native People, denn nur so kann sie einen Roman schreiben, der in allem stimmig, informativ und trotzdem fesselnd ist. "Der scharlachrote Pfad" bekommt eine volle Leseempfehlung und ist hier aber ausschließlich für Erwachsene geeignet. Es beinhaltet Szenen, die nicht jugendfrei sind und sollte somit nicht im Kinder- und Jugendbuchsektor geführt werden.


Dienstag, 20. Mai 2014

Nestgezwitscher mit Kerstin Groeper

Kerstin Groeper kam schon früh zum Schreiben, was nicht verwundert, wenn man weiß, dass auch ihr Vater sich diesem widmete. Kerstin beschäftigte sich bereits in ihrer Kindheit mit dem Thema "Native Americans" und führt ihre Arbeit dazu nicht nur im schriftstellerischen Bereich darin fort.

(c) Kerstin Groeper
Die Autorin des Monats Mai hat sich selbstverständlich auch einigen Fragen des Buchgefieders gestellt. Um es gleich wieder vorweg zu nehmen. Das Du ist bei Indianern üblich, also keine falsche Bescheidenheit und wir legen los:

Buchgefieder: Wann genau kamst du das erste Mal mit dem Thema "Native Americans" in Berührung?

Kerstin Groeper: Ich hatte bereits in den 80iger Jahren in Kanada Kontakt zu Indianern. Ich war mit ihnen auf Kanutour durch den Algonquin Park und habe ihre Reservation besucht.

Buchgefieder: Hast du "Indianerliteratur" gelesen von diesem Zeitpunkt an und welche Lektüre erachtest du heute noch als sehr lesenswert und informativ?

Kerstin Groeper: Ich habe natürlich Karl May gelesen und dann festgestellt, dass "Indianer" anders sind. Sie sind vor allen Dingen sehr humorvoll. Damals habe ich "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" von Dee Brown gelesen, das mich sehr beeinflusst hat. Von meinem Vater bekam ich dann noch ein Buch von Fehrenbach über die Comanchen... das ich aber heute nicht mehr empfehlen würde. Auch Cooper und Steuben schreiben viel Klischee. Gut finde ich nach wie vor Liselotte Welskopf-Henrich und Mari Sandoz. Heute gibt es inzwischen viele gute Bücher... wenn man Glück hat auch von indianischen Autoren, wie zum Beispiel Alexis Sherman, Mary Crow Dog, Joseph Marshall, Scott Momoday etc..

Buchgefieder: Wann hattest du den ersten Kontakt zu einem Native American und wie ging es dir damals dabei?

Kerstin Groeper: Meinen ersten Kontakt zu Indianern hatte ich in Kanada. Ich war ein bisschen entsetzt über die Armut, die ich dort gesehen habe... auch in Kanada ging es den Indianern damals nicht gut. Und ich war erstaunt, dass sie so viel lachen und immer Scherze machen. Das passte gar nicht in das Bild des stoischen Wilden, der im Fernsehen zu sehen war. Ich war auch erstaunt über die Gastfreundschaft und Großzügigkeit dieser Menschen.

Buchgefieder: Du sprichst Lakota, einen Dialekt der Siouxsprache. Wie genau hast du diese Sprache erlernt? Was würdest du empfehlen, wenn man diese Sprache erlernen möchte?

(c) Karin Hillig "Kerstin in Aktion"
Kerstin Groeper: Es gibt einen Lehrer in Berlin (Martin Krueger)... das braucht man, um überhaupt zu verstehen, wie die Sprache gesprochen wird und wie sie aufgebaut ist. Indianische Sprachen sind kompliziert und schwer. Die Lakotasprache hat gute Lehrbücher, ein Sprachforum und ein Online-Wörterbuch. Wenn man mal kapiert hat, wie die Grammatik funktioniert, kann man viele Wörter ableiten. Inzwischen würde ich nicht mehr mit dieser Naivität an die Sprache herangehen. Viele traditionelle Lakota wollen nicht, dass Fremde ihre Sprache lernen. Sie denken, dass Sprache und Lebensweise untrennbar miteinander verbunden sind. Sie sagen: "Wenn du die Sprache lernen möchtest, dann komm zu uns und lebe wie wir. Lakota kin otehike." Der Weg der Lakota ist schwer. Damals dachte ich halt, dass ich die Menschen besser verstehe, wenn ich ihre Sprache spreche. Das stimmt ja auch... aber mit dem heutigen Wissen würde ich die Sprache vielleicht gar nicht mehr lernen wollen. Viele Lakota haben auch Bedenken, weil Plastikschamanen mit ihrem rudimentären Wissen über die Sprache andere Menschen blenden und sich als glaubhafter verkaufen. Es wird also Missbrauch mit der Sprache betrieben. Daher kann ich die Bedenken durchaus verstehen.

Buchgefieder: Wenn ich Menschen erzähle, für was ich mich interessiere, stellen sie dies sogleich mit Karl May und seinem Winnetou gleich. Ist das bei dir ähnlich? Wie versuchst du den Menschen näher zu bringen, dass es eben nicht diese "Wildwestromatik" ist?

Kerstin Groeper: Oh, das ist schwer! Viele wollen gar nichts über die Realität wissen. Sie verbinden "Indianer" immer mit ihrer Kinder- und Jugendzeit und mit den Klischees. Dass man auch spannende Romane für Erwachsene über dieses Thema schreiben kann, ist mühsam zu vermitteln. Schulen laden mich daher sehr gern ein... Indianer ist ja ein spannendes Thema für die Kinder. Mein Anliegen sind jedoch die Romane für Erwachsene und die politische Arbeit. Ich informiere, wie es damals wirklich war... meist aus Sicht der Betroffenen und halte Vorträge über die jetzige Zeit oder unterstütze Hilfsprojekte.

Buchgefieder: Du bist nicht nur schriftstellerisch mit diesem Thema eng verbunden, sondern engagierst dich auch darüber hinaus. Magst du hier in einigen Sätzen erläutern, was du noch für diese Menschen tust?

Aktuelles Buch
Kerstin Groeper: Ich bin sehr aktiv für Andrea Cox und die Lakota Horsemenship und das Winterprojekt unterwegs. Beides sind Hilfsprojekte auf der Pine Ridge Indianerreservation, die ich persönlich kenne und bei denen ich weiß, dass das Geld tatsächlich ankommt. Pine Rigde ist eine der ärmsten Reservationen in den USA. Außerdem organisiere ich die Konzert-Tourneen von Mitch Walking Elk und Wade Fernandez, manchmal auch für andere indianische Musiker. Hier ist inzwischen eine tiefe Freundschaft entstanden, die mir sehr viel bedeutet. Es ist schwierig, Konzerte zu organisieren, weil es kaum vermittelbar ist, dass Indianer Blues singen und E-Gitarre spielen. Leichter wäre es, wenn sie nur trommeln und heya, heya singen.

Buchgefieder: Du bist sehr impulsiv, wenn es um das Thema "Yakari" geht. Diese Trickfilmserie spiegelt leider nicht nur das Leben der Native Americans wieder, so wie es wirklich ist oder war. Wie könnte deiner Meinung nach eine Serie aussehen, die sich mit diesem Thema beschäftigt?

Buchgefieder Rezension
Kerstin Groeper: Ich mag Yakari... ich finde es nur wichtig, darüber aufzuklären, dass es ebenso wie Wickie nicht die Realität wiederspiegelt. Kinder glauben, dass alle Indianer wie Yakari sind... das stimmt natürlich nicht. Grundsätzlich finde ich es gut, dass Kinder für dieses Thema begeistert werden. Schön wäre es halt, wenn mal eine Serie produziert wird, in der die verschiedenen Kulturen dargestellt werden und die Indianer wirklich "indianisch" handeln. Zum Beispiel der respektvolle Umgang mit den Ältesten, keine deutsch-frechen Kinder, keine Ponys auf einer Koppel, keine Jagd aus sportlichem Wettbewerb, keine deutschen Märchenfiguren umgesetzt auf "Indianer". Ich hätte da tausend Ideen und Geschichten...
Meine Kritik galt eher dem Yakari-Musical. Hier finde ich es schade, dass zwar ein soziales Projekt beworben wird, aber eben kein Projekt auf einer indianischen Reservation. Hier nimmt man das Klischee, verdient Geld, und gibt es nicht der Kultur, an der man sich bedient hat, zurück. Außerdem agieren die Darsteller wie Animateure in einem Club Mediterrané... das hat wirklich nichts mehr mit Indianern zu tun.

Buchgefieder: Auch im Filmbereich wurde vieles von und mit Native Americans gedreht. Ich war vor 18 Jahren in der Lake Traverse Indian Reservation am dortigen College und habe mich mit einer indianischen Lehrerin unterhalten. Sie hielt "Dance with Wolves" (1990) und "Broken Arrow" (1950) für sehenswert. Welchen Film würdest du empfehlen und welchen findest du einfach nur schlecht, weil er keinen Tatsachen entspricht?

Kerstin Groeper: Ich mag "Dance with Wolves" auch. Das Lakota wird dort sehr gut und flüssig gesprochen. Außerdem mag ich "Dreamkeeper", "Into the West", "Bury my heart at Wounded Knee" (obwohl ich die Darstellung von Sitting Bull dort nicht für gelungen halte), "Crazy Horse", "Son of the Morning Star", "Windwalker" und "Grey Owl". Ganz schlecht finde ich "Ein Mann, den sie Pferd nannten". Richtig schlecht fand ich auch die Dokumentation über "Die weiße Komantschin", die letztens erst lief. Hier stimmt wirklich gar nichts. Ich bin ja mal auf die Reaktion der Comanchen gespannt.
Ich mag Filme, in denen indianische Schauspieler indianische Rollen spielen. Es gibt wirklich gute Schauspieler! Adam Beach, Michael Greyeyey, die Spears-Brüder, Gil Birmingham, Tantoo Cardinal, Graham Green, Wes Studi, Sheila Tousey und Tonantzin Carmelo. Ich mag auch "moderne" Filme wie "Powwow Highway", "Dance me outside", "Smoke signals" etc..

Buchgefieder Rezension
Buchgefieder: Zurück zu deiner Arbeit. Hast du bereits neue Ideen in der Schublade? Worauf dürfen sich deine Leser freuen? Du hattest einmal kurz erwähnt, einen Plot für ein anderes Genre zu schreiben. Welches Genre wird das sein, wann könnte es erscheinen und unter welchem Namen wird es veröffentlicht?

Kerstin Groeper: Ich schreibe gerade ein Buch über ein Cheyenne-Mädchen. Das muss ich nur noch überarbeiten. Außerdem habe ich einen fertigen Krimi, der in Italien handelt. Ich glaube, dass ich historisch eher bei Indianern bleiben werde, weil mir diese Welt sehr nahe ist. Da "fließen" die Geschichten. Ansonsten schreibe ich wohl eher etwas "Modernes". Ich kann mir gerade nicht vorstellen, mich ins Mittelalter einzuarbeiten. Aber man kann ja nie wissen, wozu ich irgendwann mal Lust habe.

Buchgefieder: Was siehst du, wenn du von deinem Schreibtisch aus, aus dem Fenster blickst?

Kerstin Groeper: Da sehe ich die Berge... den Wendelstein.

Buchgefieder: Hast du in einer Buchhandlung in der dein Buch lag, dieses schon einmal umsortiert?

Kerstin Groeper: Ja, ich habe mal "Kranichfrau" aus der Kinderbuchecke herausgeholt und dem Buchhändler erklärt, dass das Buch sicher nicht "jugendfrei" ist. Er wusste dann nicht, wo er es hinstellen sollte, weil ein Indianerbuch in seinen Augen kein "Historischer" Roman sei. Er hat es dann zu den "Bestsellern" gestellt... das fand ich in Ordnung.

Buchgefieder: Die letzte Frage ist wie bei allen bereits veröffentlichten Interviews die Buchgefieder-Frage. Wenn du ein beflügeltes Tier wärst, welches wärst du dann und warum?

Kerstin Groeper: Der Adler? Nein, das wäre ja Klischee... grins. Wahrscheinlich ein Falke... er schlägt zu, wenn man es nicht erwartet, ist wendig und schnell, und er kann prima im Wind gleiten. Er greift selbst den Adler an... ich bin manchmal zu ehrlich, da ist mir die Respektlosigkeit und der Mut des Falken also nahe.

Vielen Dank, liebe Kerstin, dass du dir die Zeit genommen hast und so ehrlich auf meine Fragen geantwortet hast. Liebe buchgefiederten Freunde, ich hoffe sehr, dass ihr beim Lesen des Nestgezwitschers genauso viel Spaß habt, wie ich beim Erdenken der Fragen und vielleicht Kerstin bei der Beantwortung. Ich freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit der Autorin noch in diesem Monat in Radebeul.

Montag, 19. Mai 2014

"Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat."

Motto der Woche
Aphorismus von Nicolas Chamfort

Manchmal ist einem ja nicht wirklich zum Lachen. Und trotzdem gibt es auch an solchen Tagen Momente, an denen man lächeln kann, vielleicht auch kurzzeitig lachen muss. Lachen ist gesund. Es steigert die Lungenfunktion, duscht das Gehirn mit einer Portion Sauerstoff, Glückshormone werden freigesetzt und die Stresshormone abgebaut. Man sieht gleich viel offener aus, wenn man lacht. In etwa 17 Gesichtsmuskeln werden beim Lachen bewegt. Das ist ja quasi Muskeltraining im Gesicht, wenn wir mehrmals herzhaft lachen können am Tag. Lachen ist ansteckend. Lachen macht sympathisch. Lach jemandem freundlich ins Gesicht und schau was passiert. Viele Menschen lächeln zurück und fühlen sich auch noch gut dabei. Damit ihr wenigstens einen kleinen Schmunzler ins Gesicht gezaubert bekommt, hier ein passender kleiner Witz zum Buchgefiedernestchen:

Welcher Vogel sitzt im Baum und winkt?

Ein Huhu....

Ha, ich habs gesehen, da huschte ein kleines Lächeln über euer Gesicht!

Nicolas Chamfort lebte im 18. Jahrhundert und war zu dieser Zeit ein französischer Schriftsteller. Er gewann mehrere Preise für akademische Reden bis er mit einem seiner Stücke sogar Marie Antoinette auf sich aufmerksam machte. 

Ich wünsche euch eine schöne neue und hoffentlich auch ab und an zu lachende neue Woche!!!

Freitag, 16. Mai 2014

Ein Lächeln schenken...

(c) Karin Hillig
Ich wurde heute per Mail auf eine Aktion aufmerksam gemacht, die ich richtig gut finde, vor allem, weil sie von jedem Einzelnen nicht so viel Einsatz erfordert und man aber eine große Wirkung erzielen kann. Pixum will im Kinderkrankenhaus Köln-Porz für etwas Verschönerung sorgen. Gesucht werden dafür Fotos oder Bilder von Kindern, die andere Kinder (im Besonderen die kranken Patienten des Krankenhauses) zum Lächeln bringen. Wir alle kennen die weißen Wände, die meist mit wenig Dekoration und Liebe zum Detail ,Hoffnung und Geborgenheit schenken sollen. So sollte man nicht gesund werden müssen.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der schaut einfach mal hier auf dem Pixum Blog. Sonja Schulz hat dort um Mithilfe gebeten. Dort findet ihr auch ein Bild, wie es momentan auf Station aussieht. Ich werde mich dieser Aktion anschließen und ein Foto schicken. Meint ihr, dass unser Beitrag ein Lächeln zaubern kann? 

Da die Aktion nur bis zum 24. Mai 2014 läuft, wäre es schön, wenn ihr euch schnell entscheiden könntet, ob ihr mitmacht. Bitte beachtet auch, dass Bilder die mit dem Smartphone gemacht worden, in der Regel nicht wirklich ausreichend sind für das Ausdrucken im Großformat. Es wäre auch von Vorteil, wenn die Fotos ein wenig Bezug auf Köln haben. Da ich nicht wirklich in der Nähe von Köln wohne, werde ich ein Bild senden, was im weit Entferntesten vielleicht mit dem Kölner Karneval oder eben mit dem Frohsinn zu tun hat. Schauen wir mal, ob unser Foto dann in einer Dauerausstellung im Kinderkrankenhaus Köln-Polz für ein Lächeln sorgen kann.

Die Aktion wurde auch bereits im Kölner Stadtanzeiger zur Sprache gebracht.

Da fällt mir auch gleich noch ein wunderschöner Aphorismus dazu ein:

"Wer sagt, es gibt sieben Wunder auf dieser Welt, hat noch nie die Geburt eines Kindes erlebt. Wer sagt, Reichtum ist alles, hat nie ein Kind lächeln gesehen. Wer sagt, diese Welt sei nicht mehr zu retten, hat vergessen, dass Kinder Hoffnung bedeuten." (Honoré de Balzac)

Mittwoch, 14. Mai 2014

"Einen Menschen ins Herz zu schließen heißt, immer offen für ihn zu sein."

Urheberrecht: amikos / 123RF Stockfoto
Motto der Woche
Aphorismus von Ernst Ferstl

Einen Menschen in sein Herz zu lassen ist nicht unbedingt schwer, aber ihn dort auch zu belassen, manchmal schon. Ich habe in meinem Leben glücklicherweise wenige Menschen wieder aus meinem Herzen befördern müssen, weil sie einfach nur auf sich und ihren Vorteil bedacht waren, weil sie vielleicht ein falsches Spiel gespielt haben. Ich hoffe bei euch ist das ähnlich und ihr wurdet nicht schon all zu oft enttäuscht. Am vergangenen Wochenende habe ich wieder einen Menschen kennenlernen dürfen, den ich sogleich ganz tief in mein Herz gelassen habe. Es ist doch wunderbar, wenn man das Gefühl hat, dass dies auch umgekehrt der Fall ist. Diese Herzlichkeit schafft so ein warmes Gefühl, lässt einen so unglaublich zufrieden sein. Auch bei einigen meiner lieben Bloggerbekanntschaften ist das der Fall und darum bin ich sehr dankbar. All denen, die sich in meinem Herzen befinden, möchte ich sagen, dass ich für euch da bin, euch zu höre, euch helfe, soweit ich dies kann. Ich möchte ganz einfach für euch offen sein.

Ernst Ferstl wurde 1955 in Österreich geboren. Er ist Lehrer und Schriftsteller. Besonders bekannt sind seine Aphorismen Wegweiser und Durchblick. Er verfasst Gedichte und beschäftigt sich dabei auch mit den traditionellen japanischen Gedichten, den sogenannten Haikus, die durch ihre Kürze aber Prägnanz bekannt sind.

Ich wünsche euch etwas verspätet aber von ganzem Herzen eine tolle Woche!!!


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