Freitag, 26. September 2014

Follow Friday - Freitagsfrage

Oh, schon wieder ist es Freitag! Die liebe Sonja von A Bookshelf Full Of Sunshine hat seit geraumer Zeit eine tolle Aktion am Start. Sie hat einfach mal den Follow Friday für deutsche Buchblogger initiiert. Auf ihrem Blog findet ihr weitere Informationen.

Sonjas Frage: Was sind eure Lieblingsthemen in Büchern? Gern auch Genres. Und was geht gar nicht für euch?

An meinem Blog kann man unschwer meine gewisse Vorliebe für Literatur von, mit und über die Native People erkennen. Ihr Leben, heute und vor allem auch damals, ihr Umgehen mit der Natur, die Spiritualität, all das sind Themen, die ich besonders gern lese. Das müssen nicht unbedingt Romane aus dem Kinder- und Jugendliteraturbereich sein. Dort stehen gewisse Bücher mehr als falsch, denn
(c) Karin Hillig
in den meisten Geschichten steckt viel mehr als nur Wildwestromantik und ein Leben im Tipi. Selbstverständlich gibt es gute Jugendliteratur auch zu diesem Thema. Besonders dürfte einem da Antje Babendererde ans Leserherz gelegt werden. Für die Erwachsenen ist Kerstin Groeper eine wirklich gute Autorin. Doch diese sind wirklich nur zwei, von glücklicherweise einer Reihe Autoren, die ich gern lese. Neben diesem Thema lese ich auch hin und wieder gern Krimis oder Thriller. Wie schön, dass der TraumFänger Verlag da beides, Native People in Thriller oder Kriminalroman, für den Leser bereit hält. Wen die ein oder andere Rezension zu diesem Genre interessiert, der klicke gern einmal hier

Was sich im Nestchen wahrscheinlich so schnell nicht findet wird, sind diverse Vampirromane, Liebesromane voll triefender Sehnsucht, Chick-Lit und Comics. Diese Genre sind so gar nicht meine Welt. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum das so ist. Es gibt eben Literatur, die mich weder im Herzen noch im Kopf anspricht. Darum liebe ich die Vielfalt an verschiedenen Genre und Autoren. So findet jeder, wonach er sucht.
 

Mittwoch, 24. September 2014

Filmrezension zu "Song from the forest"

Dokumentarfilm
mit: Louis Sarno, Samedi Mathurin Bokumbe
97 min
Originalsprache Englisch
Untertitel Deutsch

Louis Sarno liebt Musik und eigentlich wollte er schon als kleiner Junge Komponist werden. Sein Vater kann dies nicht verstehen, doch Louis ist auf der Suche nach Musik, die wenige Menschen je gehört haben. Er findet sie bei den Bayaka, einem Pygmäenvolk im zentralafrikanischen Regenwald. Er ist fasziniert von diesen Menschen, mit denen er am Lagerfeuer seine Einsamkeit ausleben kann, ohne wirklich allein zu sein. Er muss nichts sagen, er hört nur den Klängen der Bayaka und des Regenwaldes zu und beginnt, diese Musik zu archivieren. 25 Jahre später ist er ein Mitglied ihrer Gemeinschaft geworden, hat einen Sohn mit einer Bayakafrau und fühlt sich wohl in seiner Umgebung, die mehr und mehr bedroht ist. Bedroht durch unnützes Jagen von Tieren und durch die Abholzung des Regenwaldes. Die USA sind in weite Ferne gerückt und doch kehrt er für ein paar Wochen zurück, um seinem mittlerweile 13jährigen Sohn Samedi die Welt zu zeigen, aus der Louis kommt. Die Gegensätze lassen jedoch weniger Samedi eine gewisse Unruhe und Gereiztheit spüren als seinen Vater. Louis beginnt am Lärm, an der Hektik der Großstadt New York zu erkranken. Er hört immer wieder einige seiner Aufzeichnungen und spürt, dass diese Welt, aus der ein einst kam, nicht mehr seine ist. 


"Song from the forest" ist eine Dokumentation über die Vision eines amerikanischen Mannes, der auf der Suche nach Musik nicht nur unbekannte und wunderschöne Klänge findet, sondern eng mit dem WWF verbunden, sich für das Volk der Bayaka einsetzt. Die realen Bilder lassen den Zuschauer in eine Welt eintauchen, die man sich fern der Großstadt kaum vorstellen kann. Louis ist ein Mensch, der eine gewisse Einsamkeit lebt, ohne wirklich einsam zu sein. Er ist ein vollwertiges Mitglied der Bayaka geworden, isst, was sie essen und spricht vor allem ihre Sprache sehr gut. Er kümmert sich rührend um die Kinder des Stammes, hilft mit Geld für die Behandlung, wenn jemand krank ist. Der Film von Michael Obert zeigt eine Welt im Regenwald, die von Freude und Musik genauso geprägt ist, wie von Hunger und Wut. Die Bayaka haben ihren eigenen Sinn von Musik und benutzen allerlei Dinge, um den Regenwald mit Klängen zu füllen. Da werden Kunstoffkanister und Blechteller zu Trommeln, da wird selbst das Wasser des Flusses beim Baden zum Musikinstrument. Während der 97 Minuten Filmdauer wird dem Zuschauer allerdings auch klar, dass der Regenwald sehr wichtig für die Bayaka, allerdings auch die Bayaka sehr wichtig für den Regenwald sind. Sie haben ihr Stück Regenwald kultiviert und werden dafür nicht geachtet, sondern man versucht ihnen Stück für Stück ihre Existenz zu nehmen. Die Dokumentation versucht darauf aufmerksam zu machen und lässt dabei nicht den Zeigefinger sprechen, sondern die Liebe zur Musik.

"Song from the forest" basiert auf dem gleichnamigen Buch von Louis Sarno, in welchem er sein Leben bei dem Pygmäenvolk schildert. Die deutsche Übersetzung "Der Gesang des Waldes" ist im Piper Verlag im Jahr 2013 erschienen.

Vielen Dank an den Piper Verlag für die zur Verfügung gestellten Kinokarten.

"Die Natur hat dafür gesorgt, daß die Blätter auch fallen, wenn kein Wind weht."

(c) Karin Hillig
Motto der Woche

Aphorismus von Willy Meurer

Die Natur folgt ihrem eigenen Rythmus. Nun ist es schon wieder Herbst und die Bäume lassen ihre Blätter los, damit diese auf die Erde schweben können. Wind braucht es dazu nicht, nicht einmal ein laues Lüftchen. So ist es vorher bestimmt. Wie ist das in unserem Leben? Gibt es Dinge, die uns vorher bestimmt sind? Vielleicht nicht nur, denn jeder hat sein Leben in der Hand. Jeder darf selbst entscheiden, wann er wie der Baum, einen Abschnitt in seinem Leben einfach gehen lässt. Bei uns muss dies nur meist mit Wind geschehen, oder eben auch nicht. Jeder leidet allein, auch wenn er sich noch so vielen Menschen anvertraut, kann nur er allein sein Leben ändern, ihm eine Richtung geben. Zu diesem Leben gehört vor allem Mut. Doch waren wir einmal mutig, sind wir vielleicht auch zufriedener mit uns selbst und können einige unserer Blätter fallen lassen. Eventuell gibt es so einen Neuanfang. Denn auch das hat die Natur geregelt, dass jedem gefallenen Blatt im Herbst ein neues im Frühling folgen wird und der Baum wird vielleicht noch ein bisschen schöner als im letzten Jahr.

Ich wünsche euch zur Wochenmitte und zum gestrigen Herbstanfang lauter neue bunte Blätter!!!


Freitag, 19. September 2014

Follow Friday - Freitagsfrage

Ja ist denn schon wieder Freitag? Die liebe Sonja von A Bookshelf Full Of Sunshine hat seit geraumer Zeit eine tolle Aktion am Start. Sie hat einfach mal den Follow Friday für deutsche Buchblogger initiiert. Auf ihrem Blog findet ihr weitere Informationen.

Sonjas heutige Frage: "Die Frage, wo man sich gerade in seiner Lektüre befindet, wird meiner Meinung nach alt. Also erzählt mir doch lieber, mit wem euer Protagonist (also ihr) gerade unterwegs ist und ob ihr das gut oder schlecht findet? Habt ihr Spaß, wird es gerade brenzlig oder hegt ihr sogar die Hoffnung, denjenigen schnell wieder loszuwerden? Wer weiß, vielleicht müßt ihr euch auch alleine durchschlagen?"

Momentan lese ich "Die Unsterblichkeit der Signora Vero". Ich begleite die Protagonistin Cordula Pasini, eine deutsche Autorin, die mit ihrer Tochter auf Sardinien lebt. Ihr Mann ist nach schwerer Krankheit gestorben und Cordula versucht die finanzielle Lage in den Griff zu bekommen. Sie arbeitet ab und zu im Tourismuszentrum und übersetzt Texte. Gerade sitzt sie mit Signora Beatrice Vero in einem Café und versucht die alte Dame zu überzeugen, dass sie ihre Aufzeichnungen durchschauen darf, um vielleicht einen Roman davon zu schreiben. Doch die Signora hat ganz andere Erwartungen an Cordula. Sie braucht Hilfe beim Sterben und will dafür einiges von ihrem Vermögen springen lassen. Momentan wehrt sich die Autorin gegen dieses Angebot, aber ich ahne, dass dies nicht mehr lange so bleiben wird. Signora Vero ist eine sehr exzentrische Person und bekommt gewöhnlich, was sie sich in den Kopf setzt. Das wird vor allem auch an den Dialogen zwischen den Beiden deutlich. Eigentlich wollte sich Cordula nicht wieder mit der Signora treffen. Aber ihr geht es da wie mir, die alte Dame ist etwas verrückt und eigensinnig. Haut einem ellenlange Aneinanderreihungen in Form von den schönsten Schachtelsätzen um die Ohren, dass man nur darauf wartet, ihr wieder zu begegnen.
 

Montag, 15. September 2014

"Wenn wir wach sind, teilen wir die Wirklichkeit mit allen, wenn wir träumen, erschaffen wir eine ganz eigene Wirklichkeit, eine, die nur uns gehört."

Urheberrecht: frugo / 123RF Stockfoto
Motto der Woche

Zitat aus "Marie Marne und das Tor zur Nacht"

Bist du ein Träumer? Ich würde mich als verträumt bezeichnen und trotzdem nicht fern der Realität. Dabei träume ich nicht nur unbedingt nachts. Ein Tagtraum hat ab und an ebenfalls die Kraft, mir meine eigene Wirklichkeit zu schaffen. Er ist eine Art Pause, zum Luft holen. In meiner Fantasie reise ich dann ein Stück vorwärts oder auch rückwärts und vergesse kurz die Welt um mich herum. Mir ist das wichtig. Ich hänge gern nur meinen Gedanken nach, nehme mir die Zeit für mich allein. Danach kann ich die Wirklichkeit wieder mit allen teilen und ein Teil in ihr sein. Manchmal finde ich das gut und manchmal eher nicht. Dann träume ich mich des nachts in ein fremdes Land oder in eine friedliche Waldlandschaft um die Ecke. Manchmal ist ein Traum nicht zu Ende geträumt und es ist schwer, genau diesen Traum dann wieder zu träumen oder gar weiter zu träumen. Dann greift die Wirklichkeit danach, denn dort läuft leider nicht alles, wie ich es mir träumen würde. Doch das ist auch bei anderen so. Ein schwacher Trost. Trotzdem tut es gut, sich mit Menschen in der Wirklichkeit zu treffen und mit ihnen über unsere Träume zu reden. Denn wer weiß, vielleicht ist es auch möglich, dass zwei Menschen einen Traum gemeinsam träumen und eventuell auch in der Wirklichkeit zusammen leben.

Ich wünsche euch eine wundervolle verträumte Woche, in der ihr auch in der Wirklichkeit von euren Träumen zehrt!!!

Samstag, 13. September 2014

Marie Marne und das Tor zur Nacht - Christoph Werner ❀ ❀ ❀ ❀

Marie Mare und das Tor zur Nacht
Christoph Werner
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-955-10037-7
Preis: 17,99 €

Marie Marne ist 13 und lebt in einer Welt, in der es eine Firma gibt, die Träume verkauft, damit man danach wach bleiben kann. Bei jedem Menschen gibt es eine andere Wachphase. Normale Menschen kommen auf höchstens drei Wochen. Maries Familie ist gut situiert und so leistet sicher besonders Maries Vater ab und zu einen Traum, damit er danach lange arbeiten kann, ohne schlafen zu müssen. Doch bei der letzten Traumsitzung scheint etwas schief gegangen zu sein. Hannes Marne ist plötzlich in seinem Traum gefangen und bleibt der normalen Welt geistig fern. Nichts scheint ihn zu wecken, die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Da taucht auf einmal ein großer schwarzgekleideter Mann mit Hut auf. Er ist der Meinung, dass nur Marie ihren Vater retten kann und er weiß auch schon wie. Marie muss die Träume anderer Menschen träumen. Doch ist dies wirklich die Lösung? Wird ihr Vater dadurch wieder wach? Marie muss sich entscheiden.


"Marie Marne und das Tor zur Nacht" ist eine Art modernes Fantasymärchen welches in Deutschland spielt und vor allem für Jugendliche gedacht ist. Die Protagonistin ist wundervoll gezeichnet, obwohl ich an manchen Stellen dachte, die Pubertät hätte noch nicht so angeklopft, wie sie das in diesem Alter tut. Dennoch ist die von Christoph Werner gezeichnete Figur authentisch. Der Plot lässt auf eine sehr durchdachte und fantasievolle Geschichte schließen und das ist sie auch. Wer wollte nicht schon immer mal länger wach bleiben können, als es der menschliche Körper auszuhalten vermag. Diese Idee ist gut umgesetzt. Christoph Werner hat einen leicht verständlichen Schreibstil mit einigen Schachtelsätzen hier und da, die den Lesefluss nicht weiter stören. Die Kapitel hält er dabei ebenfalls in einer Länge, die dem Leser das Vorankommen sehr erleichtern. Und dennoch gibt es ein paar Kleinigkeiten, die es am Pageturner vorbeischrammen lassen. Dies wird besonders bei den Nebencharakteren sichtbar. Aus irgendeinem Grund besitzen sie zu wenig Tiefe, beinah austauschbar sind sie an manchen Textstellen. Einzig die Person des Professors konnte mir noch ein Bild im Kopf entlocken. Auch lässt die Spannung an einigen Stellen etwas zu wünschen übrig. Es ist spannend, aber eben nur durch die Faktoren der direkten Rede und der Kapitellänge. Der besondere Kick, der entscheidende Cliffhanger fehlen. Mit diesen besonders wichtigen Kriterien könnte es ein wahrer Pageturner werden, so ist es eine gut durchdachte Geschichte mit fantastischen Vorstellungen. Trotz dessen ist es ein Jugendbuch, dass für Jugendlich ab 12 Jahren sehr geeignet ist.

Christoph Werner wurde 1964 in Dessau geboren. Als Theaterregisseur hat er sich mit allerlei Genre beschäftigt. Bereits vor "Marie Marne und das Tor zur Nacht" veröffentlichte Christoph Werner zwei Erzählbände. Er lebt in Halle, wo er seit 19 Jahren das preisgekrönte Puppentheater leitet.

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Osburg Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Freitag, 12. September 2014

Follow Friday - Freitagsfrage

Hui und schon wieder ist es Freitag. Die liebe Sonja von A Bookshelf Full Of Sunshine hat seit geraumer Zeit eine tolle Aktion am Start. Sie hat einfach mal den Follow Friday für deutsche Buchblogger initiiert. Auf ihrem Blog findet ihr weitere Informationen.

Sonjas Freitagsfrage heute:
"Wir hatten schon Geheimtipps, liebste Cover, zufällige Bücher....Ich finde, wir sollten den Spieß mal umdrehen! Welches Buch könnt ihr absolut nicht empfehlen?

Ich bin ein Mensch, der nicht gern Bücher so schlecht redet, dass sie wirklich niemand mehr in die Hand nehmen will. Eigentlich gibt es ja ausreichend verschiedene Lesegeschmäcker und so kann ein Buch, dass mir absolut nicht gefallen hat, vielleicht sogar eines anderen Lieblingslektüre sein. Also werde ich die Freitagsfrage mal etwas kritischer sehen und euch von einem Buch erzählen, dass ich zu mindestens einer gewissen Gruppe nicht empfehlen würde.

"Sieben Tage" von Jonny Glynn ist ein Buch aus dem Jahr 2008, erschienen im Fischer Verlag. Es ist zunächst einmal ein großartiges Debüt des Autors gewesen, aber und jetzt kommt die Nichtempfehlung. Es beinhaltet Textstellen, die nicht jeder aushalten kann oder will. Der Plot beschreibt bis in kleinste Szenen den menschlichen Abgrund. Dabei werden Elemente genutzt, die man im Gore- und Splatterbereich findet. Nichts für schwache Nerven. Das Buch handelt von Peter Crumbs, dessen Tochter ermordet wurde und deren Mörder nie gefasst wurde. Er vereinsamt, sinnt Rache und entwickelt dabei eine Art zweite Persönlichkeit, die nur noch von Hass, Gewalt und Blutdurst getrieben wird. Dieser Roman ist so dunkel, angsteinflößend und makaber, dass er schon wieder faszinierend ist. Ich habe jedenfalls weder davor noch danach je wieder ein Buch gelesen, was mich so lange beschäftigt hat, was mich so angeekelt hat und was ich nie jemandem zu lesen geben würde, der auch nur ansatzweise zart besaitet ist.

Ich bin gespannt, welche Bücher bei euch als Nichtempfehlung zu finden sind.

Mittwoch, 10. September 2014

Gefallene Engel - Seppo Jokinen ❀ ❀ ❀ ❀ ❀

Gefallene Engel
Seppo Jokinen
Kriminalroman
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-869-13468-0
Preis: 19,95 €

Tamperes, Finnland: In einem Vorort wird die Leiche eines jungen querschnittgelähmten Mannes gefunden. Von seinem Rollstuhl allerdings fehlt jede Spur. Der Fundort der Leiche wirft Fragen auf. Wie kam der Mann dorthin? Wo ist der eigentliche Tatort? Wo ist der Rollstuhl? Wer ist so eiskalt und ermordet eine Person, die in ihren Bewegungen so dermaßen eingeschränkt ist? Kommisar Sakari Koskinen macht sich daran diesen Fall zu lösen. Dabei führen seine Ermittlungen in ein Wohnheim namens "Wolfsstube". Dort trifft er auf zwei trinkfreudige Bewohner, die sich als die "Gefallenen Engel" bezeichnen. Sie trauern ihrer Zeit als aktive Motorradfahrer hinterher und scheinen wenig bestürzt über den Tod ihres Mitbewohners. Koskinen und sein Team laufen bei jedem neuen Ermittlungsansatz Gefahr, den Faden zu verlieren und versuchen verzweifelt, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Gerade als sie glauben, es würde ansatzweise vorwärts gehen, gibt es weitere Opfer, die anscheinend das anfängliche Bild zum Mörder in Zweifel ziehen...

"Gefallene Engel" erschien bereits 2001 unter dem finnischen Orginaltital "Hukan enkelit" und ist der sechste Fall für Kommisar Sakari Kokinen. Dieses Buch des finnischen Bestsellerautors Seppo Jokinen wurde bereits 2012 in englischer Sprache veröffentlicht. Der ars vivendi Verlag veröffentlichte es nun mit Hilfe der Übersetzerin Gabriele Schrey-Vasara erstmals in deutscher Sprache. Auch wenn es sich bei "Gefallene Engel" nicht um den ersten Fall des Kommisars Koskinen handelt, so fällt es dem Leser leicht, in den Plot zu finden. Der Fall ist für sich abgeschlossen und weitere mitwirkende Personen werden gut beschrieben, so dass man schnell im Kreis der Ermittler zurecht kommt. Mit seinem Protagonisten hat Jokinen eine Person geschaffen, die vollkommen authentisch agiert und diverse Ecken und Kanten aufweist. Seine manchmal impulsive Art und seine genutzte Intuition machen ihn zu einem sehr sympathischen Protagonisten. Einzig ein konkretes Aussehen wollte sich nicht vor dem geistigen Auge zeichnen. Das wiegt aber wenig schwer, da der Roman sonst einiges zu bieten hat, was den Lesefluss ziemlich schnell macht. Besonders hervorzuheben wäre die direkte Rede. Selten haben Dialoge einzelner Personen so authentisch geklungen. Auch der beinahe Verzicht auf ausladende Schachtelsätze gibt dem Roman sein Tempo. Der Plot an sich ist ein kleines Meisterwerk von einem Handlungsgerüst. Dem Leser bleibt lange verborgen, wer hier ein "falsches" Spiel spielt, auch wenn ein paar kleine Vorahnungen hier und da sich im Kopf des Lesers festsetzen. Gerade deshalb gibt es für diesen Kriminalroman eine klare Leseempfehlung und die Hoffnung, dass weitere Fälle des Kommisars ihren Weg in die deutschen Buchhandlungen finden.

Seppo Jokinen wurde 1949 in Tampere, Finnland, geboren. Er lebt auch heute noch in seinem Geburtsort, was man dem Roman "Gefallene Engel" in sofern anmerkt, dass er mit viel Liebe zum Detail von der Gegend schreibt. Dieser sechste Fall seines Kommisar Kokinen bescherte ihm 2002 den Finnischen Krimipreis. Bereits 1996 erschien der erste Fall seines Protagonisten und ihm sollten bis zum Jahr 2014 noch 18 weitere folgen. Derzeit befindet sich Fall Nr. 20 in Bearbeitung. Seppo Jokinen ist der beliebteste und bekannteste Krimiautor Finnlands.

Dieses Buch wurde mir vom ars vivendi Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Montag, 8. September 2014

"Sollten wir irgendwann verstehen, dass ein Kreis 360 Ecken hat, werden wir wissen, daß nicht alles rund läuft."

Motto der Woche

Aphorismus von Kai-Eric Weber

Hat euer Kreis auch ein paar Ecken oder läuft gerade alles rund? Sicher gibt es hier und da ein kleines Eckchen. Ein perfekt runder Kreis ist sicher schön,  aber macht er bezogen auf unser Leben wirklich Sinn? Sind es nicht gerade die Ecken und Kanten, die uns geprägt haben. Machen nicht gerade diese Ecken unser Leben und Streben aus? Habt ihr euch schon einmal gefragt, was wäre wenn ihr dieses oder jenes Hindernis nicht hättet überwinden müssen. Vielleicht wäre euer Leben dann an einigen winzigen Stellen ganz anders verlaufen. Ich hatte auch schon die ein oder andere Ecke in meinem Lebenskreis und trotzdem versuche ich daraus das Positive für mich und mein Leben zu ziehen. Sicher ist dies nicht immer einfach, aber uns geht es nicht allein so. Wer gern vergleicht, wird feststellen, dass es auch bei den ach so perfekten Menschen genügend Ecken gibt. Versuchen wir also unseren Kreis mit seinen Ecken als etwas zu nehmen, was uns als Person ausmacht und was uns weiter vorantreibt. Vielleicht werden dadurch kommende Ecken nicht mehr so scharfkantig, sondern etwas abgerundet.

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche!

Freitag, 5. September 2014

Follow Friday - Freitagsfrage

Die liebe Sonja von A Bookshelf Full Of Sunshine hat seit geraumer Zeit eine tolle Aktion auf ihrem Blog gestartet, der ich mich sicher gern ab und zu anschließen werde. Es geht dabei um die deutsche Version des Follow Friday für Bücherblogs. Die genauen Regeln kann man jeden Freitag in ihrem Post nachlesen und sich dann entscheiden, ob man das nächste Mal dabei sein möchte. Die Teilnehmerzahl steigt stetig.

Sonjas Frage zu diesem Freitag:
"Als ich letztens mein Regal aufgeräumt habe, kam mir ein Stapel Lesezeichen entgegen. Zum Teil wusste ich gar nicht mehr, wo ich die her habe. Wie sieht's bei euch aus, habt ihr ein bestimmtes Lieblingslesezeichen oder wird einfach genommen, was gerade da ist: Quittungen, Löffel, Taschentücher...?"

Zu diesem Thema könnte ich wahrscheinlich sehr weit ausholen, gerade weil ich sie nicht nur sammle, sondern auch gern welche bastel. Ich teile diese Antwort auf die Follow-Friday-Frage einfach mal in zwei Abschnitte. Einmal in meine liebsten Lesezeichen und was ich sonst noch benutze und in Lesezeichen für andere.

Meine Lesezeichen und ich


Ich liebe Lesezeichen in allen möglichen Farben und Formen. Einzig mit den Lesezeichen aus Metall mag ich mich nicht anfreunden. Ich würde daher nie einen Löffel zweckentfremden. Es ist mir einfach zu steif, zu kalt und nebenbei auch etwas zu dick. Da werden die armen Seiten auseinander gedrückt und das kann ich für mich nicht gut heißen. "Ein" Lieblingslesezeichen habe ich nicht nur. Meist lese ich zwei Bücher parallel,  da brauche ich dann mindestens zwhei Lesebegleiter. Am liebsten benutze ich solche, die mir von lieben Menschen geschenkt, vielleicht sogar extra für mich gemacht wurden. Ich zeige euch einfach mal ein paar meiner liebsten Lesebegleiter. Wenn mal kein Lesezeichen zur Hand ist, dann muss auch mal eine Fahrkarte, eine Quittung oder eine Postkarte dafür her halten. Oder bei besagter Lesestelle kommt einfach ein Post it ins Buch.

Meine Lesezeichen und ihr

Viele meiner Leser wissen, dass ich auch selbst Lesezeichen anfertige. Das sind im Moment Stofflesezeichen und Lesebändchen mit Anhänger. Einige wenige von euch besitzen bereits eines dieser Lesebegleiter von mir. Sei es, dass ich sie verschenkt, verlost oder verkauft habe. Zu kaufen gibt es die Kreationen in meinen Dawanda-Shop Humming Books. Dort herrscht momentan etwas Leere,  was vor allem am fehlenden Notebook liegt, welches vor kurzem das Zeitliche gesegnet hat. Damit besonders die neueren Leser wissen, was da bereits neue Besitzer gefunden hat, findet ihr in diesem Post ebenfalls ein Foto davon. In diese Lesezeichen versuche ich all mein Herzblut einzuarbeiten. Bei den Lesebändchen verkaufe ich gern nach Wunsch.
So kann man sehr individuelle Lesezeichen fertigen. Da bekommt der Katzenfan etwas eigenes genauso wie der Kölner-Haie-Fan und der Afrika-Liebhaber. Dabei beachte ich auch gern Lieblingsfarben, wenn sie nicht zu ausgefallen sind.

Aber egal ob ich selbst Lesezeichen geschenkt bekomme, sie kaufe oder verkaufe, allem ist die Liebe zum Buch gemein. Die Liebe zu einem Begleiter, der uns wissen lässt, an welcher Stelle wir wieder in die ferne Welt eintauchen müssen.


Mittwoch, 3. September 2014

"Das Leben ist ein Buch, in dem auf jedem Blatt die Hoffnung einen Wunsch für uns geschrieben hat."

Motto der Woche
(c) Karin Hillig 

Aphorismus von August Ernst Freiherr von Steigentesch

Der August ist vorbei und der September wartet mit neuen Kapiteln auf uns. Da ich leider nach wie vor ohne vernünftige Technik bin, tippe ich fein säuberlich meinen Text übers Smartphone. Leider war durch dieses kleine Nestproblem meine Aktion "Englischer Monat" nicht so, wie ich es gern gehabt hätte. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht und eine Wiederholung ist schon in Planung. Nun aber erst einmal im Muttergezwitscher weiter.

Was für ein beinah poetisches Zitat! Genau das dachte ich, als ich die Worte von August Ernst Freiherr von Steigentesch las. Unser Leben mit einem Buch zu vergleichen, was könnte noch näher liegen. Immer wieder gibt es neue Kapitel in unserem Leben. Jeden Tag blättern wir eine Seite um und hoffen, dass es ein guter und glücklicher Tag wird. Manchmal trifft dies ein und manchmal eben leider nicht. Doch unser eigenes Buch des Lebens ist noch nicht fertig geschrieben. Wir können nicht einfach auf der letzten Seite nachsehen, ob doch noch alles gut geht, oder gar auch mal ein Kapitel überspringen. Weil das so ist, haben wir auch Hoffnung. Wir hoffen auf etwas Glück, wenn die letzte Seite düsterer war, als wir es ertragen können. Unsere Wünsche und Träume stehen bereits in unserem Buch. Nun ist es an uns diese Seiten erstrahlen zu lassen. Sollte einer der Wünsche einmal nicht in Erfüllung gehen, so ist dies kein Grund das Buch abzubrechen, viel mehr sollten wir einfach umblättern und unser Glück erneut versuchen.

August Ernst Freiherr von Steigentesch wurde 1774 in Hildesheim geboren. Bereits mit 15 Jahren trat er in österreichische Militärdienste und kämpfte als Soldat und auch als Diplomat gegen Napoléon. In den Jahren um 1820 veröffentliche er hauptsächlich Texte zu Lustspielen, aber auch Erzählungen und Gedichte. Er starb mit 52 Jahren in Wien.

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche in der ihr mehr leuchtende Seiten umblättert, als dunkle oder verblasste!!!