Montag, 31. August 2015

Neues vom Minibäumchen...


...gibt es aus dem Nestgarten zu berichten. Unser kleines Mini-Nektarinen-Bäumchen war nun bereits zweimal schon hier auf dem Blog und nun wird es Zeit, das dritte Mal in Erscheinung zu treten. 


Ich habe es wirklich nicht für möglich gehalten und bin auch immernoch sehr sehr skeptisch, aber die Früchte hängen tatsächlich noch und vor allem fangen sie nun endlich langsam an, sich zu verfärben. Ob wir wirklich im ersten Jahr der Pflanzung bereits eine Frucht kosten dürfen. Unser Bäumchen scheint mit seinem Plätzchen sehr zufrieden zu sein, denn anders ist es nicht zu erklären, dass er vollkommen gesund wächst, eine Menge Triebe bekommen hat und momentan noch ca. 10 angehende Nektarinen trägt. Der Standpunkt ist auch gut gewählt. Bereits an der Hofeinfahrt darf das kleine Bäumchen uns und unseren Gästen Hallo sagen. Ich bin so gespannt, ob wir die Reifung noch erreichen, bevor es Herbst wird. Fortsetzung folgt...


Donnerstag, 27. August 2015

Wohin mein Weg dich führt - Patrick Osborn


Ein Moment in deinem Leben kann für dich der perfekte sein. Ein Moment in deinem Leben lässt dich Dinge anders sehen. Ein Moment in deinem Leben wirft alles über den Haufen. Ein Moment in deinem Leben kann kurz sein, doch lang genug, dass es alles in den Schatten stellt, was dir vorher passiert ist. Von einem Moment auf den anderen ist alles unwirklich und nichts mehr scheint dir, ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern...

Ben ist Vater und Ehemann, doch dann gerät sein Leben aus den Fugen und er kämpft nicht nur mit sich selbst, sondern vor allem mit der Vergangenheit und mit der Gegenwart. Lilly ist verschwunden, ohne jede Spur. Seine Tochter wollte zu den Großeltern, doch sie kam nie dort an. Ihr Fehlen hinterlässt Fragen, die niemand beantworten kann. Niemand kann Ben helfen, der sich auf die Suche nach ihr macht. Doch dann erhält Ben die Chance, alles wieder ins Reine zu bringen und er ahnt nicht, was dies mit ihm macht...


"Wohin mein Weg dich führt" ist ein Roman, den man nicht in zwei kurze Sätze fassen kann. Es ist durchaus schwierig, dieses Buch zu beurteilen, wenn man vollkommen ohne Spoiler arbeiten will. Der Plot ist ziemlich komplex und die Wendung, die er gegen Ende des Romanes nimmt sehr überraschend. Zu Beginn zeigt der Roman Anzeichen ganz normaler "Gegenwartsliteratur" mit einem Hauch von Kriminalroman, doch etwas weiter gelesen, hat man plötzlich das Gefühl, in einen Roman zu rutschen, der sich mit Dingen beschäftigt, die eher eine Tendenz zum Science Fiction haben. Warum kann und will ich hier nicht verraten. Patrick Osborn strickt während des ganzen Romanes ein Netz, dass in der Mitte einen größeren Knoten zu bilden scheint. Der Leser wird animiert, beim Lesen mitzudenken und kommt dennoch nicht auf eine wirklich plausible Lösung. Gegen Ende jedoch schafft es der Autor diesen Knoten zu lösen und aus dem Netz eine mehr oder weniger gerade Schnur zu schaffen. Dem Leser wird klar, wie die vorangegangen Fakten zusammen hängen und warum der Protagonist handelte, wie er es tat. Die Figuren sind sehr menschlich, sympathisch und authentisch. Auch wenn man als Leser denkt, jetzt sollte die Person doch mehr aus sich herausgehen, wird einem spätestens am Ende klar, warum dies eigentlich nicht möglich ist. Trotzdem leidet man als Leser mit ihnen, man lacht und freut sich und ist genauso entsetzt, wenn sie es sind. Der Wechsel zwischen der scheinbaren Gegenwart und der Vergangenheit ist wunderbar gewählt. Wird man bei einigen Szenen auf die Folter gespannt, schafft der Autor es, mit dem nächsten Kapitel etwas erneut erstaunliches zu erschaffen, so dass es keine Rolle spielt, dass das letztgelesene Kapitel mit einer Art Cliffhanger aufzuhören scheint. "Wohin mein Weg dich führt" ist bereits der sechste Roman aus der Feder von Patrick Osborn. Mit seinem gefühlvollem Schreibstil schafft er es mit diesem Roman erneut, den Leser zu fesseln und ihn auch nach Beendigung des Buches nicht sofort loszulassen. Eine große Rolle dabei spielt vor allem ein Ende, welches sehr gut gewählt und zum Nachdenken anregt. Ein rundum gelungenes Werk, dass hier eine klare Leseempfehlung erhält. 

Patrick Osborn ist ein Pseudonym für einen Menschen, der sich in vielen Bereichen der Literatur oder des Schreibens zu hause fühlt. So ist er nicht nur Autor, sondern auch Tutor, Lektor und Rezensent. Alle diese Gebiete bedient er mit Begeisterung, was man sowohl im persönlichen Gespräch als auch auf Lesungen erfahren kann. Ein sympathischer Autor mit unterschiedlichsten Geschichten, vom Thriller über Gegenwartsliteratur bis hin zur humoristischen Kurzgeschichte. Zu seinem Roman "Wohin mein Weg dich führt" sollte man, sofern es möglich ist, eine Lesung besuchen. Denn dort hört der potenzielle Leser nicht nur die Worte des Autors sondern auch eigens von Lutz Thuns erschaffene elektronische Klänge passend zum Plot. Ein Erlebnis nicht nur für den Hörsinn.

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Wohin mein Weg dich führt - Patrick Osborn
Taschenbuch - epubli.de - ISBN 978-3-737-53256-3
Gegenwartsliteratur - Preis 9,99 €

Dieses Buch wurde mir vom Autor während seiner Lesereise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich möchte mich dafür und besonders auch für die Erwähnung im Buch bedanken. 


Dienstag, 25. August 2015

"Kein Mensch ist wie der andere, aber jeder andere ist ein Mensch wie Du."





Aphorismus von Harald Schmid

Lange habe ich heute hier gesessen und nachgedacht. Ich habe Aphorismus um Aphorismus gelesen, um den einen zu finden, der mir passend erschien für mein Motto der Woche. Ich habe einige gefunden, die ich euch nachfolgend noch zitieren möchte. In den letzten Tagen und Wochen gab es immer wieder schreckliche Bilder zu sehen, Bilder von "Menschen" wie sie auf andere Menschen losgehen und das nur, weil sie ihnen fremd sind. Erfahrungen mit Flüchtlingen hatten und haben wohl die wenigsten, die diese Gewalt verherrlichen. Hinter einer hetzenden Meute herzurennen ist doch viel einfacher, als seine Meinung gründlich zu hinterfragen. Eine Antwort zu finden, warum verfalle ich in blinden Hass auf Menschen, die ich nicht kenne, die hier in meinem Land leben wollen, weil es in ihrem nicht mehr friedlich möglich ist. Was treibt diese Spezies an, die ich persönlich nicht als Menschen sehen kann, auf Flüchtlingsunterkünfte loszugehen, die Menschen darin in Angst zu versetzen und dabei noch zu denken, das was sie selbst da tun, tun sie mit gutem Recht? 

Ich habe lange geschwiegen. Warum? Ich möchte ehrlich sein, denn das bin ich vor allem mir selbst schuldig. Ich habe und hatte etwas Angst. Nicht vor den Flüchtlingen, nicht vor Menschen die anders sind, nein, ich fürchte mich vor Menschen, die andere aufhetzen, die ihr Gedankengut in andere hineinpflastern, die Dinge erzählen, die nicht der Wahrheit entsprechen, die eine andere Meinung nicht dulden, die jegliche Hemmungen verloren haben, einschließlich dem Respekt anderen Menschen gegenüber. Ich fürchte mich, weil ich Menschen kenne, die zu den "besorgten Bürgern" gehören, die zu meinem Entsetzen, zu einem Kreis zählen, von denen ich solch eine Einstellung nie erwartet hätte. 

Und doch schreibe ich hier jetzt meine ganz persönlichen Gedanken dazu auf. Teile euch und vor allem diesen Menschen mit, dass ich dieses Denken nicht teilen kann, will oder jemals werde. Ich bin jemand, der zu allererst in meinem Gegenüber einen Menschen erkennt, egal woher er kommt, welche Hautfarbe er hat, welche Einstellung er pflegt. Aber das, was ich in den letzten Tagen vermehrt lesen musste, entsetzt mich, lässt mich frieren. Wie kommen wir dazu, anderen Menschen, die genug erlebt und erlitten haben, solch negative Botschaften zu senden? Damit muss Schluss sein! Glaubt ihr allen Ernstes diese Flüchtlinge kommen nach Deutschland um euch zu bestehlen, um euch ihre Religion auf zu zwingen, um euch und euren Familien etwas an zu tun, was sie womöglich noch vor wenigen Wochen an ihrer eigenen Familie erlebt haben? Spielt es wirklich eine Rolle, ob diese Menschen vor einem Krieg, vor der politischen Verfolgung oder vor wirtschaftlicher Not in ein Land fliehen, in dem sie niemanden kennen, dessen Sprache sie nicht sprechen, deren Sitten sie nicht verstehen? Alles nur, weil sie euch etwas Böses wollen?

"Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen. 
Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge."
Ernst Ferstl

Ist es so schwer etwas mehr menschlich zu sein? Erst denken, dann handeln. Vor allem erst selbst einen Eindruck verschaffen, eine eigene Meinung bilden und nicht einer Meute hinterher rennen, die nur eines will, alle beeinflussbaren Menschen um sich zu scharren und zu behaupten, in ihrem Sinne zu handeln. Das tun sie nicht, ganz und gar nicht, denn genau wie sie der Politik vorwerfen nichts zu tun, wie sie Flüchtlinge verabsolutieren, genauso nutzen sie euch, als leichtgläubige besorgte Bürger für ihre Belange. Wollt ihr wirklich, dass solche Menschen entscheiden, was gut und was schlecht für euch ist? Ich wünsche euch mehr Zeit zum Nachdenken, bevor ihr etwas unterstützt, bei dem ihr zu spät bemerkt, dass es falsch war. Damit möchte ich aber auch sagen, das unsere Regierung hier am Zug ist. Auch hier sollte eine klare Stellungnahme her und zwar schnell, so kann das nicht weitergehen.

"Nur denkende Menschen kommen in den Genuss der Erfahrung, 
daß etwas ganz anders ist, als man es sich gedacht hat."
Ernst Ferstl

(c) tollabea
Selber denken ist anstrengend, vor allem nicht nötig, wenn man Menschen um sich hat, die diese Aufgabe für einen übernehmen. Ich möchte für mich entscheiden, was ich tue, wann ich es tue und wie ich es tue. Und ich habe mich entschieden, entschieden für eine Aktion mit dem Namen "Blogger für Flüchtlinge", initiiert von wunderbaren Menschen, die es ebenfalls Leid sind, die endlich etwas tun wollen, die ein Willkommen aussprechen. Ich schließe mich gern an und ich habe auch meinen Beitrag, zunächst in einer Spende bei betterplace.org , geleistet. Ich würde gern mehr tun, bin mir aber noch nicht im Klaren, wie das aussehen wird. Aber ich denke beinah täglich darüber nach und ich bin mir sicher, dass mir da noch die passende Idee oder Hilfe einfallen wird. Es gibt mittlerweile glücklicherweise genügend Anlaufstellen, bei denen man sich erkundigen kann. 

"Dann nimm doch einen Flüchtling bei dir auf!", höre ich schon einige Asylgegner schreien. "Hoffentlich lernst du dann daraus!" Solche Äußerungen nehme ich nicht ernst und werde sie, sofern sie unter diesem Post erscheinen auch ohne Kommentar löschen. Es ist für mich eine Aussage, die mir zeigt, das Menschen meist schneller reden als zu denken.

"Doch guter Menschen Hauptbestreben. Ist, andern auch was abzugeben." 
Wilhelm Busch

Ihr müsst nichts von eurem Hab und Gut abgeben, sofern ihr das nicht wollt oder könnt. Ihr braucht nur etwas Zeit, Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Hinterfragen, Zeit zum Erkundigen, Zeit für Gespräche. Das allein ist schon viel und es zeigt vor allem eure Meinung. Teilt die Aktion, zeigt Gesicht und vor allem zeigt, dass ihr Menschen seid, die in anderen auch Menschen sehen. Im Social Media dürft ihr dazu gern den Hashtag #bloggerfuerfluechtlinge verwenden. Tragt eure Gedanken hinaus, seid mutig, dann werden es auch andere sein. 

Mittlerweile gibt es bereits eine Vielzahl an sehr lesenswerten Blogbeiträgen, die ich nicht alle hier auflisten kann, aber ich empfehle euch einen der ersten Beiträge, geschrieben von Karla Paul auf ihrer Buchkolumne. Dort und auf der direkten Blogger für Flüchtlinge - Seite findet ihr auch alle weiteren Hinweise zur Aktion!


Montag, 24. August 2015

Neues aus dem Nestgarten...


...gibt es mit meinem Foto der vergangenen Woche. Langsam schleicht sich der pflanzliche Herbst in unseren Nestgarten. Die Hokkaidopflanzen tragen die ersten "Früchte". Ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Honigkuchenpferd auf die leckere Kürbissuppe.


In den letzten Wochen haben wir massenhaft eigenes Gemüse geerntet und ich bin immer wieder stolz, wenn ich unsere Mahlzeiten im heimischen Garten zusammen suchen darf. Es ist so herrlich im Supermarkt die Gurken, die Tomaten und die Bohnen links liegen lassen zu können. Mit dem Obst verhält es sich da ähnlich. Momentan hängt unser Pflaumenbaum voller noch nicht ganz reifer Früchte. Es dauert also nicht mehr lange und dann gibt es Pflaumenstreusel...lecker!


Sonntag, 23. August 2015

Zwei von euch bekommen Kartoffelsalat!!!


Gut, nur die, die sich an meinem Gewinnspiel in Zusammenarbeit mit dem Carlsen Verlag beteiligt haben. Genauer gesagt, geht es hier um ein buchiges Exemplar von "Freshtorges Kartoffelsalat". Mein Gewinnspiel lief bis Freitagabend, danach saß ich im Nestchen und überlegte, wie ich jetzt am besten auslosen soll. Warum nicht ein Video auf YouTube stellen? 

Das war im ersten Moment leichter gesagt, als am heutigen Tage dann getan. Ihr würdet euch schlapp lachen über unsere Outtakes. Wir hatten eine Menge Spaß, das Teeniegefieder und ich, aber, irgendwann nach vier Stunden auch irgendwie keinen Elan mehr. Schließlich haben wir es doch noch geschafft, ein halbwegs sehenswertes Video online zu stellen. Aber Vorsicht, dass ist nichts für irgendwelche Kritiker, es ist einfach unser selbsterdachter Blödsinn mit einem kleinen offiziellen Hintergrund. Schließlich wollen wir ja die Gewinner bekanntgeben. Also seht selbst:


Es ist gar nicht so leicht, ein Video zu machen in dem man sich nicht ständig verquasselt oder anfängt zu lachen oder, oder, oder. Auch der Protagonist hat leider trotz Führung nicht immer das getan, was er sollte. Zum Schluss hat das Hochladen des Videos zweimal nicht geklappt. Darum bin ich jetzt auch irgendwie froh, dass es nun öffentlich sichtbar ist. Vielleicht fragt ihr euch nun, ob es ab jetzt Videos aus dem Nestchen geben wird. Sagen wir es mal so, kommt die richtige Idee, kommt auch ein Video, ansonsten bleibt mir immer noch ein Follow me around....von der Frankfurter Buchmesse. ;)

Beide Gewinnerinnen wurden bereits benachrichtigt und ich hoffe, dass die zwei Mädels sich freuen und ganz viel Spaß mit dem Buch haben werden. 

Allen anderen danke ich für das Interesse und die Teilnahme am Gewinnspiel, vielleicht habt ihr Lust eure Gedanken zu unserem ersten YouTube Video hier auf dem Blog oder direkt unter dem Video zu hinterlegen!

Mittwoch, 19. August 2015

"Der kann im vollen Ernste sagen, dass er ein gutes Buch genießt, der drin noch sinnend weiterliest, wenn er es lange zugeschlagen."



 

Gedicht von Frida Schanz

Gute Bücher schwingen nach. Das kennt ihr sicher. Ihr lest und kommt zum Ende, klappt das Buch zu und sitzt für einige Minuten da und überlegt, lächelt, seid traurig oder was auch immer. Einige Autoren schaffen es mit ihrem Geschichten, uns soweit in ihre Welt zu ziehen, dass es für uns dann schwer wird, daraus wieder aufzutauchen. Es gibt Bücher, die schwingen sogar noch Tage, Wochen vielleicht auch Monate oder gar Jahre nach. Nicht jedes Buch schafft dies und nicht jedes Buch, dass dies bei mir geschafft hat, schafft es auch bei dir. Das ist das Wunderbare an der Welt der Literatur. Jeder hat ein anderes Gefühl für die Bezeichnung "Gutes Buch". Was mir wirklich gut gefallen hat, muss nicht zwangsläufig der breiten Lesermasse gefallen. Trotzdem muss ich euch von diesen Büchern erzählen. Schließlich kann es sein, das ein Buch welches vermeintlich nichts für mich war, es dann doch wurde, weil ich mich von jemandem habe anstecken lassen. Dennoch liegt mir die andere Variante wohl immer noch mehr. Ich stecke lieber mit meiner Lesebegeisterung an und empfehle von Herzen Bücher, die auch nach dem ich sie zugeschlagen habe, noch in meinem Geist weiter wandern, weiter geschrieben werden oder einfach nur für gute Stimmung sorgen. Sicher wird es immer wieder Bücher geben, die dies nicht schaffen werden, aber solange es sich mindestens die Waage hält, sollte das Lesen ein wirklich tolles Hobby bleiben. 

Fällt euch auf Anhieb ein Buch ein, welches in diese Kategorie passt? Welches Buch hat euch so sehr begeistert, dass es nachschwingt?

Ich wünsche euch eine tolle Lesewoche mit allerhand Büchern, die besonders nachschwingen und die ihr sinnend weiterlest!

Montag, 17. August 2015

Wenn der Nestkater mal wieder vorbeischaut...


...sieht das ungefähr so aus.


"Na? Wie ist das Leben? Alles noch frisch? Ich sollte mal wieder heimlich in die Tasten hauen und meine Katerkolumne auffrischen. Oder was meint ihr? Interessiert euch mein Geschnurre überhaupt? So ein Katerleben kann manchmal ganz schön abenteuerlich sein, aber für euch würde ich sicher noch die ein oder andere freie Minute finden können. Also ihr lieben Nestbesucher, haltet die Pfoten schön sauber und vielleicht lesen wir uns bald wieder!"

Mein Foto der Woche entstand rein zufällig in unserem Nestgarten. Der Kater lag einfach in der Gegend herum, wollte sich keinen Zentimeter mehr bewegen. Man konnte es ihm nicht verübeln, bei der Hitze die vergangenen Tage und Wochen. 


Donnerstag, 13. August 2015

Seelenbruch - Eva Lirot


Deine Hände drücken zu und du merkst es nicht. Willst es nicht fühlen! Willst die Stimmen nicht hören, die dein Herz zum Rasen bringen, deine Handlungen selbst vollführen lassen! Schluss damit! Hört auf! Ruhe jetzt!...dann ist es ruhig...dann siehst du in die Augen deines Opfers...dann sind die Stimmen verschwunden...

Während der Bischofsweihe im Frankfurter Dom geschieht das schier unglaubliche. Simone vergnügt sich mit einem Mann im Beichtstuhl. Mitten in der Lust, wandelt sich die Situation und Simone befindet sich in einem leisen und eher kurzen Todeskampf. Der Täter flieht unerkannt. Jim Devcon und sein Team beginnen mit ihren Ermittlungen und stehen bald vor einer Sackgasse. Nichts will zum Täter führen, keine neuen Informationen werden gefunden. Doch die Zeit drängt, denn die Kirche macht Druck und dann wird erneut eine Leiche gefunden...

"Seelenbruch" von Eva Lirot erschien bereits 2010 im Schardt Verlag und wurde nun neu aufgelegt. Dieser Thriller ist nichts für schwache Gemüter oder deren Nerven. Es geht im Plot um tiefe Menschliche Abgründe, um den Bruch einer menschlichen Seele in Anbetracht schlimmer Erlebnisse. Einige Handlungen sind anfangs vielleicht verstörend, wenig nachvollziehbar, aber im Laufe der Geschichte schafft es die Autorin alle Fragezeichen im Kopf des Lesers zu lösen. Auch wenn einige Personen nicht direkt vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen wollen, so schafft es Eva Lirot mit einem gut durchdachten und vor allem mit allerhand Überraschungen aufwartenden Plot, den Leser zu fesseln. Dabei nimmt dieser die Position des Wissenden ein, denn für ihn ist von vornherein klar, wer mordet. Einzig die Ergreifung ist das Ziel des Buches. Dabei spielt die Autorin immer wieder mit den verschiedenen Standpunkten. Soll heißen, dass sie immer wieder zwischen dem Ermittlerteam und dem Mörder in der Perspektive wechselt und so nach und nach ein Bild der ganzen Szenerie zeichnet. Das dies der Spannung besonders gut tut, dürfte sich von selbst erklären. Den Schreibstil von Eva Lirot könnte man als leicht lesbar bezeichnen, wobei er nicht langweilig ist, im Gegenteil besonders die Dialoge der einzelnen Personen machen Lesespaß. Hier zeichnet die Autorin authentische Gespräche. Der Antagonist ist Eva Lirot auf jeden Fall als Figur sehr gut gelungen. Auch wenn man solch einem Menschen wohl nicht begegnen möchte, so sind seine Handlungen zu mindestens in sofern nachzuvollziehen, wie der Leser auch einen Einblick in seine Vergangenheit erhält. Beim Protagonisten ist die Zeichnung etwas schwieriger zu beurteilen. Er hat zwar die ein oder andere Macke, die ihn menschlich macht, aber bestimmte Dinge sind eher ungeklärt. Warum lebt er allein? Wieso ermittelt ein in Amerika geborener Mann in einem deutschen Polizeiteam? Vielleicht werden diese Fragen allerdings im ersten Fall des Kommissars geklärt, denn "Seelenbruch" ist bereits der zweite Fall. Dieser Thriller ist auf jeden Fall empfehlenswert für alle, denen es nichts ausmacht, sogleich mit voller Breitseite in den Prolog geschmissen zu werden, denn diese "Härte" beizubehalten im Roman, das gelingt der Autorin mit Leichtigkeit. Ein Roman, der uns mitnimmt in menschliche Abgründe, der es immer wieder schafft zu überraschen, der den Leser an eine gewisse Grenze bringen kann, sei es durch harte oder beinah widerwärtige Szenen und der klar stellt, dass nicht jeder der zum Mörder mutiert, auch als dieser geboren wird. Dieses Buch ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet!

Eva Lirot wurde in Deutschland geboren, lebte zeitweise in den USA und Kanada und sitzt vorzugsweise stundenlang an ihrem Schreibtisch, um ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und ihre Gedanken und Geschichten zu notieren. Dass dies gut funktioniert zeigen ihre Veröffentlichungen. Dabei findet der Leser dort zwar jede Menge Buchstaben, aber nichts romantisches. Eva Lirot liegt der Sinn nach Menschen in ihren Geschichten, die für solche Aktionen meist wenig Zeit haben, was wohl daran liegen könnte, dass sie meist nicht all zu lange leben dürfen.
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Seelenbruch - Eva Lirot - Thriller
Taschenbuch - ISBN 978-1-514-72131-5 - Preis 6,99 €
Nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet!

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Dienstag, 11. August 2015

Wieder zum Stammgast werden...


Ich muss mir mal wieder meine Gedanken von der Seele schreiben. In letzter Zeit gibt es jede Menge Blogger mit dazugehörigen Blogposts, die mich immer wieder zum Nachdenken bringen. Einige zweifeln am Image der Buchblogger, wundern sich über die im ersten Anschein große Anzahl an neuen Blogs und im gleichen Gedankengang auch über verschiedenste Verlage, die Rezensionsexemplare mit offenen Händen weiterzureichen scheinen. 

Als erstes muss ich klar stellen, dass ich bis vor kurzem weniger grübelnd vor meinem Laptop saß. Was sicherlich auch der fehlenden Internetverbindung zu schulden ist, Fakt ist aber, in den letzten Tagen gehen mir bestimmte Gedanken nicht mehr aus dem Kopf. 

Warum nehme ich Rezensionsexemplare an?

Die ehrliche Meinung ist ganz klar, weil sie mich nichts kosten. Ich sage das jetzt so, weil ich endlich eine Entscheidung getroffen habe, die mich in den letzten zwei Tagen sehr oft in den unmöglichsten Momenten versucht hat, zur selbigen zu drängen. Jetzt ist es damit vorbei. Ich werde ab sofort keine Rezensionsexemplare von XYZ mehr entgegen nehmen. Schluss damit...Ganz so krass, wie es sich anhört, wird es wohl nicht werden. Ich erkläre euch auch wieso.

Ich möchte in den nächsten Monaten versuchen, die Anzahl der Rezensionsexemplare im Nestchen zu reduzieren. Das wird insofern leicht, weil ich nur noch auf meine bestehenden Kontakte zum TraumFänger Verlag, zum ars vivendi Verlag und zu einer Presseagentur zurückgreifen werde. Hinter diesen mittlerweile langbestehenden Kontakten, stehen Menschen, die sich mit meinem Blog auch wirklich beschäftigt haben, die wissen, was und wie ich etwas schreibe, was ich lese und was nicht. Soll heißen, kommen von dort Anfragen zu einer Buchbesprechung werde ich mich den Büchern nach Durchsicht des Klappentextes bzw. der Pressemappen gern widmen.

http://de.123rf.com/profile_chainat

Das soll aber nicht heißen, dass aus anderen Verlagen keine Bücher mehr hier besprochen werden sollen. Im Gegenteil, auch diese werden ihren Weg ins Nestchen finden, aber nicht mehr als Rezensionsexemplare. Jetzt könnte man sagen, aha, sie nutzt also die langjährigen Kontakte um dort die Bücher umsonst zu kriegen. Falsch! Ich nutze lediglich die Kontakte um auch von anderen Büchern Kenntnis zu nehmen. Denn auch aus den oben genannten Verlagen werde ich weiterhin Bücher kaufen und nicht nur als Rezensionsexemplare entgegen nehmen. Ich habe es satt, dass mein SUB hier "subbt". Klar lese ich nur Rezensionsexemplare, die mich auch wirklich interessieren, ich bekomme sehr selten etwas ungefragt zugeschickt, aber ich möchte wieder mehr zu mir selbst finden. Auch wenn ich bis jetzt nicht das Gefühl hatte, dass ich mich von mir entfernt hätte. Ich finde es schade, dass es zunehmend nur die neuesten Bücher sind, die ich hier vorstelle. Ich möchte endlich auch wieder ältere Schätze ausgraben. In den Buchhandlungen gibt es soviele tolle Bücher zu entdecken.

Es steht fest, dass mich ab nun mein Blog wieder mehr kosten wird. Aber, ich gebe das Geld gern aus und vorallem wertschätze ich so die Arbeit, die in dem Buch steckt um einiges mehr. Ich werde nicht auf Kontakte zu Autoren verzichten, aber ich werde mir ihre Bücher nicht einfach so "schenken" lassen, sondern gern für das ein oder andere Brötchen auf dem Autorentisch sorgen. Das war jetzt sinnbildlich gemeint, ich weiß, dass ein Autor an einem Buch nur einen sehr geringen Teil des Verkauferlöses verdient. Vielleicht erhalte ich mit meiner Entscheidung ein Stück mehr Leselust zurück. Ich lese zwar auch zur Zeit sehr gern, aber eben immer mit einem gewissen Zeitdruck im Nacken. Ich will das nicht mehr!!!

Vielleicht wird dabei der ein oder andere Leser das Zeitliche segnen. Das kalkuliere ich mit ein, denn nach wie vor gilt für mich, dass ich blogge, weil es mir großen Spaß macht. Sicherlich möchte ich auch gelesen werden, alles andere zu behaupten, wäre gelogen. Aber ich möchte auch ehrlich sein können! Manchmal ist es schwer solche Entscheidungen zu treffen und noch schwerer, sie dann durchzuhalten. Ich werde es ab spätestens September genau so versuchen, denn dann müsste ich alle meine derzeit noch hier liegenden Rezensionsexemplare gelesen und besprochen haben. Dann gehe ich wieder freudestrahlend in eine meiner Lieblingsbuchhandlungen und melde mich als Stammgast zurück!

 

Montag, 10. August 2015

"Wir befinden uns immer wieder an einer Haltestelle, wo wir uns aufs Neue orientieren, mit welchen Menschen und in welcher Richtung wir unseren Weg fortsetzen."





Aphorismus von Franz Schmidberger

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es Menschen in eurem Leben gibt, bei denen ihr dachtet, diese Freundschaft hält für immer? Dann kam eine Zeit in der ihr euch plötzlich immer weniger gesehen habt und schließlich habt ihr euch aus den Augen verloren. Ein dumpfes Gefühl...doch dann gibt es diese Menschen, die unerwartet diese kleine entstandene Leere wieder ausfüllen. Die dir zeigen, dass sie dich sehr mögen, auch wenn man sich erst kurz kennt. Wir befinden uns in unserem Leben auf einer Reise, mit Menschen, die uns ein Stück begleiten, aber dann vielleicht aussteigen müssen, an einer Haltestelle an der eine neue Reise für sie beginnt. 

http://de.123rf.com/profile_olgacov

Das mag im ersten Anschein weh zu tun, einen traurig stimmen, doch so ist das Leben. Es verändert sich ständig und mit ihm auch unser Umfeld, unsere Richtung. Dabei ist es vollkommen egal, ob ihr sinnbildlich per Schiff, per Zug oder gar per Flugzeug reist. Schön, wenn man Menschen hat, die einen für sehr lange Zeit begleiten, die auch nach langer Reise für einen da und nah sind. Vielleicht habt ihr noch einen alten Schulfreund oder gar eine Kindergartenfreundin an eurer Seite. Schön ist aber auch, wenn man diese besonderen neuen Menschen auf Reisen kennenlernen darf. Diese Menschen, die plötzlich am nächsten Haltepunkt im Leben einfach neben euch sitzen und euch ein Lächeln schenken. Ich habe in den letzten Jahren, besonders als Bloggerin, sehr viele dieser Menschen getroffen. Die einen sind anfangs ein Stück mit mir gefahren, mussten dann aber doch umsteigen. Die anderen sind geblieben. Der ein oder andere sitzt dabei sogar beinah direkt neben mir. Diese Nähe gibt mir Kraft über die Menschen hinweg zu kommen, die eine andere Linie gewählt haben oder wählen mussten. Mag es also noch so traurig sein, wenn man einen Menschen ziehen lassen muss, vergesst darüber nicht, dass es bald Menschen geben wird, die plötzlich und wunderbar Begleiter auf eurer Lebensreise werden. Genießt die gemeinsame Zeit!

Ich wünsche euch eine wundervolle neue Woche mit Menschen, die euch begleiten und einer Richtung, die euch euren Zielen näher bringt!!

Sonntag, 9. August 2015

Von einem ungeplanten Abenteuerurlaub...


...könnte ich euch nun berichten. Wir wollten unsere Gasttochter, die letztes Jahr bei uns war, in ihrem Heimatland Tschechien besuchen. Wir wollten...aber irgendwie ging dann alles schief. Wir hatten ein Hotel gebucht, eine Buchungsbestätigung und trotzdem war kein Zimmer für uns frei, als wir am Anreisetag dort mit unserem Koffer standen. Ich hab gedacht, naja, gut, die wollen mich einfach nur nicht verstehen. Englisch ist ja schließlich auch nicht deren Muttersprache. Aber nachdem wir so gut es ging, in einer uns ebenfalls nicht täglich gebräuchlichen Sprache, keinen Schritt weiter kamen, strichen wir die Segel und wollten uns auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Doch bevor wir etwas finden konnten, machte unser Auto erst einmal schlapp. Prima! Autopanne in Tschechien...warum auch nicht! Den Rest erspare ich euch jetzt, denn letztendlich haben wir sehr nette Menschen kennengelernt, die sehr hilfsbereit waren, die sich mit Händen und Füßen verständlich machten und wir sind auch mit defektem Auto wieder bis ins Nestchen gekommen.


Mein Foto der Woche entstand dann im Belantis Freizeitpark in Leipzig. Wir wollten wenigstens einen Tag Urlaubsfeeling haben. Also haben wir unseren kleinen, aber funktionsfähigen Flitzer genommen und sind in einen Tagesausflug gestartet. Dieser Tag hat uns als Familie wirklich sehr gut getan. Bitte fragt mich nicht nach der genauen Bezeichnung dieser Blume, aber ich fand sie einfach nur toll. Dieses Lila kommt auf dem Bild nicht so zu Geltung, wie es mir entgegen strahlte. Ich musste euch das Bild zeigen, auch wenn es eigentlich bereits vor 7 Tagen entstand und so zu einer anderen Woche gehört. 

Samstag, 8. August 2015

Berlin Feuerland - Titus Müller


Stell dir vor du lebst im Jahr 1848. Du arbeitest von morgens um 5:00 Uhr bis abends 19:00 Uhr in einer Fabrik und trotzdem bist du bettelarm. Du gehörst zur untersten Schicht, du lebst in Berlin Feuerland. Du siehst jeden Tag zum Schloss und weißt, dass es den Menschen darin an nichts fehlt. Wie weit würdest du gehen, würdest du kämpfen bis zum letzten, damit es dir etwas besser geht, damit deine Bedürfnisse gewürdigt werden.

Das Berliner Feuerland lag im heutigen Ortsteil Mitte und war zu damaliger Zeit das Herz der Industrie. Hier fanden sich Fabriken der Metallindustrie und des Maschinenbaus. Bereits im Jahr 1847 waren auf dem Gebiet des Feuerlandes 33 Fabriken in Betrieb und beschäftigten mehr als 3000 Menschen. Den Namen "Feuerland" erhielt die Gegend, weil die vielen Fabriken zur Produktion sehr viel Feuer brauchten und aus den Schornsteinen der selbigen eine Menge Rauch in den Himmel stieg. Im Laufe der Zeit verlagerten sich die Fabriken eher an Randgebiete Berlins, so das heute nur mehr wenige Zeugnisse an die damalige Zeit im Feuerland erinnern.

Gemälde der Borsig Maschinenbau-Anstalt von Karl Eduard Biermann 1847
Hannes ist selbsternannter Fremdenführer im Berlin Feuerland. Er führt betuchte Damen durch die elenden Viertel, gewährt Einblicke in das arme Leben der Arbeiter. Die Damen bezahlen ihn und Hannes spart eisern jedes einzelne Geldstück. Bei einer dieser Führungen lernt er Alice kennen, die im Berliner Stadtschloss als Tochter des Kastellans zu hause ist. Auch wenn Hannes mit einigen Geschichten versucht, seine Führung so interessant und vor allem so elendig wie möglich zu gestalten, so kommt ihm Alice doch auf die Schliche. Sie sieht allerdings auch das wirkliche Elend und ist schockiert, dass Menschen in Berlin so leben müssen. Hannes und Alice sind beide von einander fasziniert und beginnen sich öfter und vor allem heimlich zu sehen. Doch die Märzunruhen im Jahre 1848 lassen ein Beisammensein der Beiden zur Unmöglichkeit werden. Hannes, der nie aktiv kämpfen wollte, findet sich plötzlich mittendrin. Er muss sich entscheiden...

"Berlin Feuerland" ist ein Historischer Roman über eine Zeit in der die Unterschiede zwischen den einzelnen Schichten enorm groß waren und der sich die Menschen der Unterschicht zur Wehr setzen wollten. Wie schon in vergangenen Romanen aus der Feder des Titus Müller, bedient sich dieser an realen Personen, die wirklich gelebt haben. Einzig die zwei Protagonisten sind erdacht, könnten aber so zu der Zeit gelebt, geliebt und gehandelt haben. Das macht den Roman zu etwas sehr einzigartigem. War man zuvor mit der Geschichte Berlins nicht so vertraut, so schafft es Titus Müller erneut, eine gewisse Neugier auf das Thema zu wecken. Besonders wichtig ist hierbei der Anhang, in dem der Autor den geschichtlichen Hintergrund etwas näher erläutert. Die Dauer der Handlung beschränkt sich auf einige Tage und hat doch eine sehr weitreichende Wirkung. "Berlin Feuerland" hat das Zeug zu einem echten Pageturner. Der Roman ist gespickt mit allerhand politischen Begebenheiten, die keinesfalls trocken oder angestaubt wirken, im Gegenteil, gerade diese Sequenzen sind sehr lesenswert und bieten eine große Abwechslung zur Geschichte um Hannes und Alice. Sie zeigt Hintergründe, lässt verstehen, warum die Personen im Roman handeln, wie sie es tun. Alle Figuren sind so gut ausgearbeitet, dass man sie sich bildlich vorstellen kann. Das dabei der ein oder andere vollkommen unsympathisch daher kommt, wertet den Plot sehr auf. Titus Müller hat einen sehr leicht zu lesenden Schreibstil und schafft es trotzdem die Fantasie der Leser anzuregen. Was würde ich anstelle der jeweiligen Figur tun? Ist ihr Handeln schlüssig? Auch während diese oder andere Fragen durch den Leserkopf fliegen, bleibt man trotzdem immer bei der Geschichte. Es fällt schwer zwischendurch eine Pause zu machen, zu groß ist die Neugier, was als nächstes passieren wird. Titus Müller schafft es mit diesem Roman, einen Teil der Berliner Geschichte so lebendig werden zu lassen, dass man meint, man stünde auf den Straßen des Elendsviertels genauso wie man die Treppen im Schloss erklimmt. Ein Roman der mit geschichtlichem Hintergrund, politischen Intrigen und vor allem mit einer zwar erdachten, aber sehr authentischen Liebesgeschichte aufwartet.

Titus Müller wurde 1977 in Leipzig geboren und veröffentlichte bereits 2002 seinen ersten Roman. Seitdem folgten diesem viele weitere historische Romane, die den Anspruch haben, sehr gut recherchiert zu sein und trotzdem sehr lebendig erscheinen. Er bedient sich dabei nicht nur einer Epoche sondern wechselt mit seinen Romanen gern. Das wiederum macht die Vielfalt für den Leser aus. Titus Müller war bereits Autor des Monats auf Buchgefieder und wird auch in Zukunft einen Platz im Nestchen haben.

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Berlin Feuerland - Titus Müller
Gebundene Ausgabe - Historischer Roman - Blessing Verlag
ISBN 978-3-896-67503-3 - Preis 19,99 €

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Freitag, 7. August 2015

Kartoffelsalat - Das Buch - Eine Rezension - Ein Gewinnspiel


Ihr habt den Film "Kartoffelsalat" von und mit Freshtorge gesehen? Ihr habt im Kinosessel nervös am Popcorn geknabbert, während "Leo" als Held über die Leinwand huschte? Dann ist vielleicht nachfolgendes Buch etwas für euch.

"Freshtorges - Kartoffelsalat - das Buch" ist bereits am 27. Juli im Carlsen Verlag erschienen. Das Buch sieht sich selbst nicht als Story zum Film, sondern ist eher eine witzige Erweiterung zum Gesehenen. Es finden sich nicht nur alle wichtigen Mitwirkenden mit einem zuweilen sehr amüsanten Steckbrief darin, nein, es gibt auch andere Dinge zu entdecken. Interessant sind dabei auch die vier verschiedenen Kartoffelsalatrezepte, die man ausprobieren kann aber selbstverständlich nicht muss. Wir haben es mal versucht und folgendes kam bei unserem "Omas Kartoffelsalat" heraus.


Das Buch ist wirklich bunt bebildert mit Fotos vom Set und von den Mitwirkenden. Dabei muss man feststellen, dass Kai Westensee als Fotograf ein sehr gutes Auge hat. Sollte man also nicht so lesebegeistert sein, kommt man auf jeden Fall gut mit den Bildern durch das Buch. Wobei sich der Text im Buch wirklich auf das Notwendigste beschränkt und hier und da mit kleinen Highlights aufwartet. So kommt neben den Hauptakteuren auch eine Komparsin zu Wort oder ein etwas dubios wirkender Sicherheitsdienst. Außerdem wird die Crew kurz vorgestellt, was besonders für eine unabhängige Produktionsfirma wie Take25pictures wichtig ist. Es gibt einen kurzen Einblick in die Arbeit des Catering, der Leser kann hier und da einen Auszug aus dem Drehbuch beäugen und bekommt Bilder hinter den Kulissen zu sehen. Wem das alles noch nicht reicht, der wird gegen Ende des Buches zum Beantworten von Fragen zum Film gebeten und kann so etwas aus dem Carlsen Verlag gewinnen. Alles in allem ist es ein Buch, was eine Menge Spaß macht, besonders wenn man den Film gesehen hat und die Youtube-Stars einem bereits bekannt sind.

Freshtorge - Kartoffelsalat - Das Buch - Carlsen Verlag
Taschenbuch - ISBN 978-3-551-68533-9 - Preis 11,99 €

Doch damit ihr in den Genuss der bunten Bilder zum Film, der zuweilen witzigen Steckbriefe der Youtube-Stars gelangt oder gar am Gewinnspiel vom Carlsen Verlag teilnehmen könnt, fehlt euch nur noch eines - das Buch - selbst. Ich habe freundlicherweise vom Verlag zwei Exemplare mehr geschickt bekommen und möchte diese gern an euch weitergeben


Ich möchte das Gewinnspiel ungern einschränken, aber bitte nehmt nur daran teil, wenn ihr mindestens 12 Jahre alt seid und eure Eltern nichts dagegen haben, wenn ihr das Buch als Gewinn erhalten solltet. Ihr solltet die Teilnahme an meinem Gewinnspiel unbedingt mit euren Eltern besprechen, sofern ihr noch keine 18 Jahre alt seid. Denn es ist wichtig, dass ich über eine gültige Mailadd eure Adresse erfahren kann und auch darf. Ich garantiere, dass ich alle persönlichen Daten, sofern mir diese per Mail übermittelt wurden, nach Beendigung des Gewinnspiels löschen werde. Ich gebe diese Daten unter keinen Umständen an Dritte weiter. Bitte beantwortet mir folgende Frage:

Welchen der Youtuber, die im Film als Schauspieler dabei sind, findet ihr am sympathischsten und warum?

Keine schwere Gewinnfrage, oder? Die Antwort dürft ihr gern in den Kommentar schreiben. Sofern ihr das anonym tut, brauche ich eine Mailadd dazu, sonst kann ich euch nicht kontaktieren. Gern könnt ihr mir die Antwort auf meine Frage auch gleich an buchgefieder@gmail.com schicken. Beide Möglichkeiten gelten als Gewinnspielteilnahme. Das Gewinnspiel läuft bist zum 21. August 2015.

Ich übernehme keinerlei Garantie, dass der Gewinn pünktlich und sicher bei euch ankommt. Dafür ist allein das jeweilige Versandunternehmen zuständig. Ich versichere aber, dass ich die Versandverpackung so sicher wie möglich wählen werde. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und nun....wer ist euer liebster Youtube-Star aus dem Film "Kartoffelsalat - nicht fragen!"?
 

Donnerstag, 6. August 2015

"Kartoffelsalat..."


"...nicht fragen!" Letzteres solltet ihr nach Möglichkeit auch nicht tun, denn ich habe auch keine konkrete Antwort auf die Frage, wie dieser Film, der von Fresh Torge initiiert wurde, für mich zu bewerten ist. Kann ich euch eine normale Rezension im Sinne einer Filmempfehlung geben? Nun sagen wir es mal so, ich werde in den nachfolgenden Zeilen mein Bestes geben. Die Entscheidung euch in den Kinosessel zu begeben, überlass ich aber von Anfang an euch allein! ;)

Inhalt:
Leo Weiß eigentlich nicht viel. Außer das er meistens in der Schulrangordnung ziemlich weit unten steht. So wird er erfolgreich von der Eliteschule gemobbt und findet sich in einer Schule wieder, die irgendwie total chaotisch ist. Er verliebt sich in "Perle", die Schulschönheit, die selbstverständlich so gar nicht auf Typen wie Leo steht. Doch dann bricht ein Virus aus und Leo mutiert zu einem Leitschüler und versucht einige der Schüler vor den bereits infizierten Mitschülern zu schützen...

Wie beurteilt man einen Film, der zum einen deutsche Comedians wie Otto Waalkes und Martin Schneider als Schauspieler gewinnen konnte, auf der anderen Seite mit einer ganzen Reihe von Youtube-Stars als sagen wir mal filmluftschnuppernden Frischlingen aufwartet? Einen Film, der im Großen und Ganzen eher flach ist. Flach in seiner Handlung, flach in seinen Dialogen, gespickt mit flachen Wortwitzen und eher lauer schauspielerischer Leistung. Wahrscheinlich weniger gut! ABER ich tue das nicht. Warum? Ich könnte jetzt sagen, "...nicht fragen!", aber wahrscheinlich reicht euch das nicht. 


Nun genau genommen ließ ich mich bereits in nicht all zu großer Erwartung in den Kinosessel plumsen, knabberte mit dem Teeniegefieder an unserem Popcorn und habe rein vorsorglich mein Gehirn auf Stand by geschaltet. Fertig! Darum gibts hier kein Verriss. Warum auch? Wer ernsthaft erwartet, dass diverse Youtube-Stars einen Film drehen wollten, der dem Anspruch großer Kinofilme vielleicht gar Hollywood-Produktionen gerecht wird, der braucht sich wahrlich nicht wundern, wenn er enttäuscht ist. So ernst nehmen die Youtuber sich selbst ja nicht einmal, warum sollten sie es denn damit tun? Im Fernsehen läuft heutzutage allerhand, nennen wir es mal "Mist", warum sollte das im Kino nicht möglich sein. Wobei Mist hier die falsche Bezeichnung ist. Ich bezeichne den Film eher als liebenswerten Blödsinn, denn schließlich steckt da eine Menge Arbeit drin. Auch flache Handlungen oder Witze müssen erst einmal die Gehirnwindungen durchlaufen. Genau genommen schwirrt mir seit ich den Film gesehen habe ein Wort durch den Kopf. Trash! Und das meine ich in keinster Weise abwertend, denn Trash bezeichnet für mich nicht Müll, wie es die ursprüngliche Wortdeutung ist, sondern einfach andersartig, einfach, weniger anspruchsvoll. Und genau diese drei Dinge treffen auf diesen Streifen zu. Die Schauspieler sind allesamt vollkommen sympathisch geblieben, auch nach dem der Abspann bereits lief. Wer einige der Youtube-Stars auf ihren Kanälen schaut, der wird sich sicher gern ins Kino begeben. Wer diese Videos geschweige denn die Namen der Youtuber noch nie gehört hat, könnte kopfschüttelnd das Kino verlassen oder besser gar nicht erst die Kinokarten kaufen. 

Es gibt also mindestens zwei Lager von Kinozuschauern. Die einen wollen einfach nur ihre Youtube-Helden auf einer Kinoleinwand sehen, die anderen wollen ihn sich ansehen, damit sie hinterher so alles kritisieren und kaputt reden können. Aber wisst ihr was? Es ist ein Film, gemacht für die Zielgruppe von Fresh Torge, Bibi, Dagibee, Y-titty, Shirin David, Melina und noch vielen weiteren Youtubern, die Klickzahlen haben, von denen ein Buchblogger oder eben Buchvlogger nur träumen kann. Schließlich gehe ich auch nicht in einen Liebesfilm, wenn ich dieses Genre nicht mag oder setze mich freudig strahlend in einen neuen James Bond Film, obwohl ich dieses ganze Agentengeplapper noch nie leiden konnte. Also warum sollte sich jemand in einen Film setzen, der schon vom Namen her nichts erwarten lässt, dass an Hollywood erinnert. Kartoffelsalat!!!

Was sage ich euch nun zu meiner Verteidigung? Ich könnte sagen, das Teeniegefieder wollte unbedingt mit ihrer Mama ins Kino und genau diesen Film ansehen. Es ist auch nicht gelogen, aber eigentlich interessierte mich der Film auch. Allerdings bin ich dank des Teeniegefieders auch mit diversen Youtube-Stars vertraut, habe bereits ein "Konzert" mit ihnen besucht und auf meine Tochter gewartet, die von Sami Slimani ein Autogramm haben wollte. Es tat mir nicht weh! Was den Film betrifft, am Ende war ich ausreichend amüsiert. Ich habe eindeutig schon schlechtere Filme gesehen. Die Aussage, die Torge am Ende noch von sich gibt, mag einigen vorkommen, wie der Versuch doch noch etwas Sinnvolles von sich zu geben, aber ich denke es war gut platziert. Denn auch hier gilt wieder, es ist vorzugsweise auf eine Zielgruppe zugeschnitten und diese sind glücklich. Dem Teeniegefieder hat der Film gefallen und sollte es den Film auf DVD geben, wird er wohl Einzug im Nestchen halten. Und wer weiß, vielleicht reden wir im nächsten Jahr bereits über Nudelsalat!


Nun gibt es aber nicht nur den Film, nein, die Merchandise-Maschinerie läuft auch hier bereits hervorragend und so hat der Carlsen Verlag ein Buch mit gleichnamigen Titel herausgebracht, welches mit allerlei Fotos und Informationen gespickt ist. Die Rezension zu diesem Buch erscheint dann morgen hier und dann erhaltet ihr die Möglichkeit eines von zwei Exemplaren hier im Nestchen zu gewinnen.


Mittwoch, 5. August 2015

"Gedanken muß man einfangen wie Schmetterlinge. Danach kann man sie wieder frei lassen."





Aphorismus von Erhard Blanck

Seinen Gedanken nachhängen, kann manchmal ein regelrechter Abenteuerurlaub für unsere grauen Zellen sein. Aber, sie können auch leise und federleicht sein. Egal welche Gedanken euch bewegen, fangt sie ein. Behaltet sie eine Weile, pflegt sie und dann lasst sie fliegen. Einige werden sich im Flug in Luft auflösen und andere werden vielleicht eine Art Schmetterling, der mit leichten Flügelschlägen trotzdem sehr kraftvoll durch die Lüfte flattert und immer wieder Rast vorzugsweise auf einer Blüte macht. 


Gedanken sind frei, niemand kann und darf sie euch nehmen oder verbieten. Lasst euch ein in eure eigene Gedankenwelt, erlaubt euch neue Wege, auch wenn ihr über bestimmte Dinge noch nie nachgedacht habt, solltet ihr es dennoch einmal tun. Dabei könnt ihr rein sprachlich einen Gedanken aus eurem Denken formen oder ihr versucht es einmal bildlich. Stellt euch etwas als Gegenstand vor oder verweilt einfach in einer Art Gedankenfilm, einem Tagtraum. Ihr seit euer eigener Gedankenautor und nur ihr seid auch der Regisseur eures eigenen Handelns, euren eigenen Lebens. Also seid mutig in eurem Denken und formt daraus auch neue Gedanken. Vielleicht entsteht aus einem eurer Gedanken etwas größeres, eine Idee, die ihr dann verfolgt und die euch am Ende erneut das Gefühl gibt, dass es gut war, dass ihr diesen Gedanken eingefangen habt.

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