Mittwoch, 29. Juni 2016

Die gehäutete Seele - Rainer Christiansen



Pflanzen bewachsen unsere Erde schon seit Millionen von Jahren, sie passen sich ihrer Umgebung an. Wieder und wieder. Der Mensch lebt weitaus kürzer auf diesem Planeten. Er will, dass sich seine Umgebung an ihn anpasst. Wieder und wieder.


Daniel ist 17 Jahre alt. Er umgibt sich lieber mit Pflanzen als mit Menschen. Er umarmt Bäume, redet mit Blumen und teilt ihre Schmerzen, wenn Menschen ihnen wehtun. Seine grünen Gefährten lehren ihn, dass sie widerstandsfähiger, wandlungsfähiger und loyaler sind als die menschliche Spezies. Zu sehr wurde er von Menschen enttäuscht, ganz besonders von seiner Mutter. So ist es nicht verwunderlich, dass Daniel auf Rache sinnt, als sein bester Freund schwer verletzt wird und mit dem Tode kämpft. Rache ist eine sehr menschliche Unart und doch genau das Richtige für den Mörder seines Freundes. Doch dann trifft Daniel unerwartet auf Sarah, eine viel ältere Frau, die ihn mit ihrer Wärme umschließt. Ihr möchte er seine Forschungen zum Leben der Pflanzen näher bringen. Doch vorher keimt in ihm ein Plan, der umgesetzt werden muss...

Was darf man von einem Autor erwarten, der Musik studiert hat und bis 2012 Violinist im Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks war. Einen gefühlvollen, punktgenauen Roman? Gar etwas mit ganz viel Liebe? Irrtum! Man erhält einen wirklich gut durchdachten Plot für einen deutschen Thriller, der mit nur 161 Buchseiten wirklich alles zu bieten hat, was ein Buch dieses Genres braucht. Die wechselnden Perspektiven der einzelnen Kapitel bauen Spannung auf, so dass es dem Leser schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Bei der vergleichsweise geringen Seitenzahl auch nicht notwendig, denn der Thriller liest sich quasi in einem Rutsch. Dabei schafft es Rainer Christiansen sogar noch, dass sich der Leser am Ende wohl mehr gruselt als am Anfang. Nichts für schwache Nerven, wenn der Protagonist seinen Plan in die Tat umsetzt. Trotzdem gut gewählt, weil so das Ende ein wirklicher Paukenschlag ist und nicht vor sich hinplätschert, auch wenn der Leser sich ein glücklicheres Ende wünschen würde. Die Figuren, die sich Rainer Christiansen erdacht hat, könnten genau so existieren. Mit ihrer herablassenden Art oder mit ihrer Naivität, vielleicht auch mit ihrer Durchtriebenheit und mit ihrem Neid. Keine Frage, beinah alle möglichen menschlichen Eigenschaften sind vertreten. Das Cover erscheint sehr düster und doch passend, auch wenn sich hin und wieder etwas Sonne im Thriller zu zeigen vermag. 


Was bleibt als Fazit zu sagen? "Die gehäutete Seele" ist ein Thriller, der zwar kurzweilig, aber ganz sicher nicht langweilig daher kommt. Auch wenn der Roman nur 161 Seiten hat, so hat er doch das Wort Pageturner verdient. Ein sehr gut durchdachter Plot macht es dem Leser nicht all zu leicht auf die Spur des Mörders zu kommen. Das wiederum hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht. Wer sich nicht durch hunderte von Seiten lesen möchte, um sich von einem Thriller fesseln zu lassen, der greife zu diesem Buch, welches eine klare Leseempfehlung erhält.

Rainer Christiansen wurde 1947 in Hamburg geboren. Nach dem er Musik studierte arbeitete er bis zum Jahr 2012 als Violinist beim Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks. In seinem Leben teilt er nicht nur die Liebe zur Musik, er ist auch vernarrt ins Schreiben. Sowohl beim Musizieren als auch beim Schreiben kann er sich öffnen und alles fließen lassen, was ihn bewegt. Nach dem er zahlreiche Märchen und Novellen geschrieben hatte, wagte er sich an seinen ersten Thriller. 

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Die gehäutete Seele - Rainer Christiansen
Broschierte Ausgabe - Thriller - KSB Media
ISBN 978-3-946-10513-8 - Preis 14,50 € 

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Autor Rainer Christiansen als Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die Signierung!


Sonntag, 19. Juni 2016

Wenn der Lavendel explodiert...


...gut, nicht wirklich im Wortsinn, sondern mit seinen Ausmaßen. Ich habe in diesem Jahr das erste Mal Lavendel auf meiner Terrasse in Pflanzsteine eingebuddelt. Ehrlich, ich hätte nicht wirklich damit gerechnet, dass der Gute so außer Form gerät. Es scheint ihm zu gefallen, auf meiner Terrasse mitten in der Sonne, die meiste Zeit des Tages. Also wenn die Sonne sich zeigt, versteht sich. Heute hat sie sich mal wieder gezeigt und das war natürlich gleich das Zeichen für Herrn Eos, mich nach draußen zu begleiten. Nach einigen Versuchen, die so gar nicht meinen Vorstellungen des geknipsten Lavendels entsprachen, entstand dann dieses Bild.


Herr Lavendel lässt die Seele in der Sonne baumeln. Was sollte man auch sonst anderes tun an einem Sonntag? Normalerweise wäre meine Antwort hier sehr häufig: Arbeiten! Nur heute mal nicht. Heute hab auch ich mich wenigstens ein paar Minuten in den Sonnenstuhl gehauen und einfach den Vögeln beim Zwitschern zugehört, einen Storch vorbeifliegen sehen und das Rufen von "Mama" mal versucht zu überhören. Hat natürlich nicht lange geklappt. Also haben wir dann im Nestchen ein bisschen klar Schiff gemacht und nun genießen wir den Abend. Und draußen zirpt seit mehr als einer Woche eine Grille...


Montag, 13. Juni 2016

Kreatives Beton-Windlicht


Ich habe die perfekte Leseflaute! Kein Elan in ein Buch zu schauen. Oh man, ich würde gern und schaff es nicht. Also hilft nur, sich mit etwas ganz anderem zu beschäftigen. Zum Glück hat mich meine Kreativität nicht verlassen und außerdem brauchte ich ein Geschenk. 

Die Idee stand von vornherein fest. Ich möchte ein Windlicht aus Beton machen. Also habe ich den Vogelmann beauftragt, mir eine Mischung zu machen. Der erste Versuch ging sowas von schief und dabei ist der Mann vom Fach. Keine Ahnung ob ich zur Superwoman mutiert bin, aber ich konnte die Windlichter jedenfalls mit meinen Fingern zerbrechen. Der zweite Versuch war dann gleich so hart, dass die Glaswindlichter Marke Ikea das Zeitliche segneten, weil sie nicht mehr herausgingen. Was macht Frau da? 

Richtig! Sie stürmt den Bastelladen, in dem sie schon mit Vornamen angesprochen wird, weil sie quasi beinah das ganze Sortiment zu hause hat. Aber nur beinah, denn Kreativbeton fehlte mir eindeutig noch in meiner Sammlung. Und da ich schon mal da war, habe ich auch alle weiteren Dinge gleich mitgenommen. Sicher ist sicher! 


Die Schachteln gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. Ich habe mich für runde Schachteln mit einem Durchmesser von 12,5 cm und einer Höhe von 4 cm entschieden. Dazu noch solch ein Kunstoff-Relief-dingens-Band, keine Ahnung wie das richtig heißt, sah schön aus. Eine Elster braucht halt auch was zum Funkeln. Müsst ihr nicht verwenden, sieht aber schick aus im Ergebnis. Die Farbe hab ich auch noch mitgenommen. Zu hause hatte ich noch doppelseitiges Klebeband, eine Form um die Betonmasse anzurühren, Klebeband, Speiseöl und die kleinen Windlichtgläser vom Schwedischen Möbelhaus.


Zu allererst müsst ihr die Schachtel(n) vorbereiten. Sie müssen innen komplett mit Klebeband ausgeklebt sein. Den Deckel der Schachtel(n) steckt ihr einfach zur Stabilisierung unten dran. Nun das hübsche Dingensband (das Wort gefällt mir immer mehr) mit doppelseitigen Klebeband am Rand in einer euch beliebten Höhe ankleben. Geht auch ohne, wie schon erwähnt. Ähnlich verfahrt ihr mit dem unteren Rand der Gläser, also ach da mit normalem Klebeband bekleben. Dann kommt das Speiseöl zum Einsatz. Bitte alles aus- und anstreichen damit (glatte Klebebandseiten), aber Vorsicht nicht zu viel, sonst ist das doppelseitige Klebeband hin und das Dingensband rutscht runter. Nun rührt ihr die Masse an. Steht sehr gut beschrieben auf dem Eimerchen. Ich habe für eine Schachtel ca. 600g gebraucht, die 90ml Wasser erfordern. Alles gut vermischen und ab in die Form damit. Nicht bis oben hin auffüllen, das Glas verdrängt noch einiges. Vorsichtig das Glas in die gewünschte Position drücken. Eventuell mit etwas beschweren. Das muss jetzt mindestens zwei Stunden (lieber drei) so stehen bleiben. Dann ist es fest genug, dass es aus der Form kann. Wenn es denn will...


...wollte bei mir leider nicht so leicht. Egal. Die Schachteln haben das Zeitliche gesegnet und siehe da, schon hatte ich schicke Betonwindlichthalter. Ein bisschen Feinarbeit, schleifen hier und da und noch etwa Farbe und wieder stehen lassen. Nach 24 Stunden ist der Beton voll belastbar. Die Windlichter sind mit oder ohne Glas verwendbar, je nach Bedarf. Denkbar wäre auch, dass man die Gläser mit Wasser und Blumen befüllt. Fertig ist die einzigartige Tischdekoration. 

Und was sagt ihr? Kreativität schlägt Leseflaute...na schauen wir mal!

Mittwoch, 1. Juni 2016

Flugspuren im Mai


Endlich ist Juni! Zeit in Richtung Sommer zu düsen oder wenigstens versuchen wir das die nächsten Tage mal. Den Regen lassen wir einfach Regen sein und freuen uns, dass diverse leckere Früchtchen im nesteigenen Garten reif werden oder schon sind. Ich warte auf die Stachelbeeren... 

Wie ist es euch denn im Mai ergangen? Habt ihr viel gelesen, gebastelt oder fotografiert? Ich gebe es zu, ich war ein wenig faul, besonders was die Blogarbeit anbelangt. Gerade einmal 5 Beiträge haben es aus dem Nestchen zu euch geschafft. Eine wahre Glanzleistung! Nicht! Langsam krieche ich aber wieder aus meinem kleinen Löchlein empor und gedenke in den nächsten Wochen hier wieder aktiver zu werden. Obwohl...hm...da werden euch wohl auch einige geplante Beiträge untergeschoben, denn es wird in den nächsten Wochen eine Zeit geben, in der ich nicht konzentriert am Blog arbeiten kann und es auch gar nicht will. Aber keine Panik, ich werde trotzdem ab und zu reinschauen und sehen, ob jemand sein Gezwitscher dagelassen hat. Und dann werde ich mit gaaaanz viel Spaß und neuem Schwung einfach wieder da sein und eine Menge Text im Geäst dabei haben. 

So genug in Rätseln geschrieben, jetzt gibt es Beiträge. Denn gelesen habe ich im Monat Mai auf anderen Blogs auf jeden Fall so einiges an interessanten Themen.



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